#12 Immer nur Aggression?! Warum Kinder hart werden

Shownotes

Manche Kinder wählen immer wieder den einzigen Ausweg, den sie noch haben: die Aggression. 💥❤‍🩹

Warum werden Kinder hart? Warum finden sie nicht mehr zu ihren Tränen und warum wird dann alles so explosiv?

Während der Aufnahme hat mich dieses Thema selbst tief berührt. Denn das weiche Herz ist vielleicht das Kostbarste, was uns Menschen ausmacht. Nur ein weiches Herz kann fühlen und Verbundenheit erleben.

Diese Folge zeigt dir, was hinter der kindlichen Härte wirklich steckt und was dein Kind jetzt braucht.

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Hallo und ganz herzlich willkommen bei 'Kleine Herzen: Große Verbindung', dem Podcast für Eltern, die weniger schimpfen und mehr staunen wollen. Letzte Woche haben wir über den Frustrationskreisel gesprochen. Dieses Bild hat so viel erklärt. Dass Wut, hauen, schreien, beißen, aber auch nörgeln, quengeln, stacheln und provozieren nicht einfach schlechtes Benehmen von einem unerzogenen Kind sind, sondern der letzte Ausweg. Wenn Frustration nicht in Form von Trauer und Tränen abfließen kann. Probleme entstehen in der Regel dann, wenn das Herz des Kindes, aus welchem Grund auch immer, hart geworden ist. Heute erfährst du, wie dein Kind wieder weich werden kann und warum genau darin die Lösung für Wut, Aggression und diese vielen explosiven Gefühle liegt. Vielleicht kennst du das auch. Dein Kind ist frustriert, weil die Jacke nicht zugehen will, der Turm umgefallen ist, oder die Schwester darf mit einer Freundin spielen. Es selbst aber nicht. Das wäre alles kein Problem. Es wäre ein Moment für 'Ach Mensch, das ist so doof und traurig'. Ein Moment, wo du dein Kind dann in den Arm nehmen und trösten könntest. Ein Moment zum sich anlehnen. Aber was passiert? Dein Kind wirft den Turm quer durchs Zimmer. Alles ist doof. Es schreit, es knallt die Tür, weil es nicht mitspielen darf. Es sagt vielleicht sogar: 'Mir doch egal, ihr seid eh alle doof.' Die erste Ausfahrt im Frustrationskreisel ist also versperrt. Die Situation kann nicht verändert werden. Die zweite Ausfahrt ist auch versperrt. Das Kind findet nicht zur Trauer darüber, dass etwas nicht nach seinen Wünschen läuft. Und was bleibt noch übrig? Die Aggression, Schreien, Schimpfen, Zwicken, Hauen, Dinge rumschmeißen. Viele Eltern beschreiben das in etwa so: Sie sagen: 'Ich würde ja so gern für mein Kind da sein, aber mein Kind schickt mich dann weg. Es ist total außer sich. Ich komm überhaupt nicht mehr an mein Kind ran.' Und genau hier setzen wir heute an, weil der Ausgang der Adaption im Frustrationskreisel funktioniert nur, wenn das Herz des Kindes weich ist. Wenn Wandel nicht möglich ist, wenn Veränderung nicht möglich ist, braucht es die Tränen der Vergeblichkeit. Die Trauer darüber, dass etwas nicht so funktioniert, wie das Kind es gerne hätte, dann haben wir keine Probleme mit Aggression. Aber viele Eltern beschreiben, dass ihr Kind nicht mehr zu den Tränen findet, nicht mehr darüber trauern kann, dass die Dinge nicht nach seinen Wünschen funktionieren. Und genau da liegt der eigentliche Schlüssel, weil all diese explosiven Momente haben einen gemeinsamen Ursprung. Das Herz des Kindes ist, emotional gesehen, in diesem Moment nicht weich. Es ist nicht durchlässig. Ein weiches Herz bedeutet, dass das Kind Zugang zu seinen eigenen Gefühlen hat, auch zu verletzlichen Gefühlen wie Scham, Furcht, Trauer. Ein Kind, das weich ist, kann Enttäuschung und Trauer zulassen und fühlen. Das wiederum ist die Voraussetzung dafür, dass die Frustration einsinkt. Ich kann es nicht ändern. Ich krieg diese Jacke nicht zu. Ich darf jetzt nicht mitspielen. Und erst dann, dann wenn das Wissen einsinkt, passiert ein inneres Loslassen. Es ist furchtbar doof, aber ich überstehe es, weil Mama mich festhält, weil Papa bei mir ist. Und ihr spürt schon, hier ist ein Ort, wo sich Resilienz entwickelt, Fähigkeit, an den Widrigkeiten des Lebens nicht zu zerbrechen, sondern daran zu wachsen. Spannenderweise sind resiliente Menschen, Menschen, die Zugang zu ihren verletzlichen Gefühlen haben. Das sind nicht die sprichwörtlichen Indianer, die keinen Schmerz kennen und immer wieder mit dem Kopf gegen die gleiche Wand laufen. Wir kennen alle solche Menschen und das sind nicht unbedingt nur Kinder. Resilienz bedeutet nicht hart zu sein oder 'Ach, ist doch nicht so schlimm'. Und das bedeutet auch nicht, dass Menschen von schweren Dingen nicht berührt werden. Resiliente Menschen sind Menschen, die vielleicht Schweres erleben, den Schmerz darüber fühlen, ihn durchleben und am anderen Ende wieder herauskommen. Verwandelt, nicht zerbrochen. Resilienz entsteht also nicht durch Abhärtung, sondern in einem Herz, das fühlen kann, durch die Fähigkeit zu weinen, wenn etwas weh tut, enttäuscht zu sein, zu trauern. Um irgendwann am anderen Ende rauszukommen und zu merken, ich lebe immer noch und die Sonne geht erneut auf. Nicht verdrängen, nicht abspalten, nicht hart werden ist die Lösung, sondern fühlen, durchleben und dadurch wachsen. Aber viele Kinder erleben das Gegenteil. Sie sind hart geworden. Sie wirken unberührbar, die Dinge prallen an ihnen ab, mir doch alles egal. Sie kämpfen bis zum Umfallen, weil die Vergeblichkeit nicht einsinken kann. Es kommt nicht an, dass es jetzt die letzte Geschichte war oder dass es nur noch ein Eis gibt. Und diese Kinder wirken willensstark. Aber im Grunde ist es was ganz anderes. Oberflächlich sehen sie aus wie willensstarke Kinder. Das stimmt. Sie lassen nicht locker, sie geben nicht nach, sie wehren sich gegen alles und jeden. Aber entwicklungspsychologisch gesehen ist das kein echter Wille. Ein echt willensstarkes Kind hat Zugang zu seinen Gefühlen. Es hat die Fähigkeit abzuwägen und auf ein großes Ziel hinzuarbeiten, trotz Hindernissen. Sprich, es nimmt auch Mühen auf sich, um etwas Bestimmtes zu erreichen. Ein Mensch mit großer Willensstärke ist innerlich beweglich. Er wägt ab, für welche Ziele er sich einsetzt, und er kann auch loslassen. Ihr merkt, echte Willensstärke, das meint unglaublich viel innere Reife. Im Gegensatz dazu können Kinder, deren Herz hart geworden ist, nicht loslassen. Weil der Weg zur Adaption blockiert ist. Die Dinge, die nicht funktionieren, sinken einfach nicht mehr ein. Sie wirken stark. Sie wirken willensstark. In Wahrheit sind sie aber komplett überfordert. Ihre Härte ist kein echter Wille, es ist ein Schutzmechanismus des Gehirns. Kinder, die gepanzert sind, sprich deren Herz hart geworden ist, erkennbar daran, dass sie laut, wütend sind, explodieren, sobald etwas nicht nach ihren Wünschen funktioniert oder sobald sie nach Hause kommen und in ihren eigenen 4 Wänden sind. Wenn die Frustration in Form von Aggression aus ihnen herausbricht, dann lassen sie oft niemanden mehr an sich ran. Sie sind schwer zu händeln. Enttäuschung, Trauer, Tränen und andere verletzliche Gefühle sieht man bei diesen Kindern kaum, zumindest in diesem Moment nicht, in dem ihr Herz hart geworden ist. Sabine, eine Mama aus unserer Facebook-Gruppe, hat 2 Kinder, 6 und fast 4 Jahre alt, und sie sagt, es ist wie ein Minenfeld. Egal wie achtsam sie durch den Alltag geht, es explodiert regelmäßig bei ihnen zu Hause. Totale Verweigerung, Schreien bis zum Erbrechen, Zwicken, Hauen, Beißen. Sabine kann alles geben, sich verrenken, es allen recht machen und trotzdem wird es immer wieder Situationen geben, die ihr Kind anders möchte. Und dann ist die nächste Explosion oft schon vorprogrammiert. Was solche Kinder brauchen, ist nicht, dass Mama ihnen alle Wünsche erfüllt oder sich den ganzen Tag um sie dreht. Hier kommen Eltern so schnell an den Rand ihrer Kräfte und oft auch darüber hinaus. Was solche Kinder brauchen, ist etwas viel Tieferes. Die Fähigkeit loszulassen. Die Fähigkeit, dass das, was da gerade so frustrierend ist, dass es einsinken kann, zu trauern über die Dinge, die so furchtbar doof sind. Und davon gibt es einiges im Leben eines Kindes. Was diese Kinder brauchen, ist, dass sie zur Ruhe kommen in diesem Wissen, dass es Dinge gibt, die wir nicht verändern können. Diese Kinder brauchen das Wissen und die Erfahrung. Mama, hilft mir. Sie ist an meiner Seite. Ich bin nicht allein. Weil, wenn ein Kind nicht weinen, nicht trauern kann über die Dinge, die nicht funktionieren in seinem Leben, kann es auch nicht loslassen. Warum ist dieses weiche Herz für die Entwicklung unserer Kinder so entscheidend? Ein weiches Herz ist wie die weiche Erde, in die Einsamen fallen kann. Die weiche Erde ist die Voraussetzung dafür, dass Entwicklung passiert. Sie lässt das Wasser durch, sie nimmt Nährstoffe auf, hält Wärme und genau das braucht ein kleiner Keim, um Wurzeln zu bilden. Tiefe Wurzeln. In harter, ausgetrockneter Erde bleibt ein Samen liegen. Er schützt sich, indem er geschlossen bleibt. Und mit dem Herz unserer Kinder ist es ganz ähnlich. Nur ein Herz, das weich genug ist, kann Gefühle aufnehmen, verarbeiten, kann Frust in Trauer verwandeln, kann sich berühren lassen, kann loslassen. In der weichen Erde passiert das Wunder der Verwandlung. Aus sauer wird Trauer und hier wächst etwas ganz, ganz Wunderbares, etwas ganz Neues. Adaption, Anpassung, Reife, letztendlich Stärke, innere Kraft, Resilienz. Ist es alles schon fix fertig ausgebildet in unseren Kindern? Nein, es handelt sich ja um einen Samen, der in die Erde fällt. Das ist ganz und gar noch nicht fertig ausgebildet. Das ist ein Wachstumsprozess, ein unsichtbarer und gleichzeitig vielleicht der wichtigste in der kindlichen Entwicklung überhaupt. Und genau deshalb ist es so entscheidend, dass wir das Herz unserer Kinder schützen. Ein weiches Herz braucht Wärme, Sicherheit und Nähe. Es braucht Erwachsene, die nicht an der Pflanze ziehen, aber diese schützen, weil sie noch sehr verletzlich ist. Weil nur wenn das Herz geschützt ist, kann es weich bleiben und nur ein weiches Herz kann reifen und wachsen. In Bezug auf Frustration lässt sich das so zusammenfassen: Das weiche Herz ist der Ort, an dem Traurigkeit über die Dinge, die nicht funktionieren, einsinken kann, wie in der weichen Erde. Die Traurigkeit kann einsinken, die Enttäuschung sinkt ein. Die Frustration kann abfließen. Ihr erinnert euch, der himmelblaue VW Bus, der seinen Ausgang findet aus dem Frustrationskreisel. Die Frustration kann abfließen und das Kind merkt, ich kann nicht alles verändern, aber ich kann das überstehen. Das weiche Herz ist also absolut entwicklungsnotwendig. Was lässt dann aber ein Herz hart werden? Wann verlieren unsere Kinder den Zugang zu ihren verletzlichen Gefühlen und somit auch zu Traurigkeit und zu den Tränen über die Dinge, die nicht funktionieren? Du kannst dir das ganz vereinfacht so vorstellen: Manchmal erlebt das Gehirn Dinge, die es als gefährlich einstuft. Es denkt: 'Oh, das verschlägt mir den Atem.' 'Nein, das halte ich nicht aus hier.' Und genau in diesem Moment fährt es die Panzerung hoch. Das ist komplett automatisch. Da hat kein Mensch Einfluss drauf. Das macht unser Gehirn für uns. Die Panzerung bedeutet, das Herz schützt sich, indem es hart wird. Es fühlt die zu verletzlichen Gefühle in dem Moment einfach nicht mehr. Es hat keinen Zugang mehr darauf. Ein Beispiel aus unserem Erwachsenenleben: Wenn du schon mal Teil eines Unfalls gewesen bist, dann gab es da vielleicht Momente, die absolut unerträglich waren. Und trotzdem hast du es überstanden, weil dein Gehirn in den Funktionsmodus geschaltet hat. Es macht dicht, damit du weiter funktionieren konntest. So ist es auch bei den Kindern, nur sind für sie Gefühle überwältigend, die wir vielleicht als komplett harmlos empfinden würden. Zu viel Scham, zu viel Trennung, zu viel Überforderung, zu laut, zu schnell, zu viel, einfach zu viel. Und wenn es zu viel wird, schützt sich ihr Herz und es macht dicht. Das ist ein innerer Notfallmodus, ein Modus, in dem das Kind versucht, emotional zu überleben. Aber manchmal verharren Kinder in diesem Notfallmodus, nicht minutenlang, sondern über Tage oder Wochen und Monate. Dann wirkt das Kind hart, unnahbar. Es wird schnell wütend und diese Kinder wirken, wie beschrieben, auch willensstark und mutig. Das ist Panzerung, Härte, ein Herz das hart geworden ist. Ganz konkrete Ursachen für Panzerung können zum Beispiel sein: zu viel Trennung. Alle Kinder gehen in die Spielgruppe, das macht man einfach so. Aber dein Kind fühlt sich dort vielleicht nicht geborgen oder zu wenig gehalten und es kommt nach Hause und es ist wie ausgewechselt. Es ist hart, es ist unzugänglich, es wird schneller wütend, weil es zu viel war, zu viel Trennung, zu viele Eindrücke vielleicht auch. Scham ist so etwas. Sätze wie: Was hast du jetzt hier schon wieder gemacht? Du bist doch schon so groß. Scham ist für Kinder kaum auszuhalten und das Herz macht dicht. Oder: 'Jetzt reiß dich doch zusammen.' Wegen sowas macht man nicht so ein Theater. Kinder können sich nicht zusammenreißen. Sie können nur funktionieren und dafür müssen sie aber ihre Gefühle ausschalten. Auch Unsicherheit der Eltern kann zu Panzerung führen. Wenn wir selbst gestresst sind, überfordert sind, innerlich unruhig, spüren die Kinder das sofort. Das wisst ihr alle und sie haben ein Programm dafür. Sie werden dann härter. Das sind Beispiele für mögliche Verletzungen, die für unsere Kinder unerträglich sind. Selbstverständlich ist es nicht abschließend, es gibt noch so viel mehr Möglichkeiten. Es kann aber auch sein, dass dein Kind in besonderem Maße verletzlich ist. Sehr sensible Kinder erleben manchmal schon kleine Enttäuschungen oder aber auch Veränderungen in ihrem Leben als unfassbar intensiv. Ihre Herzen sind schneller überwältigt. Es verschlägt ihnen viel schneller den Atem und sie machen schneller zu, weil alles intensiver bei ihnen ankommt und dementsprechend schneller unerträglich wird. Das sind mögliche Gründe, warum Kinderherzen hart werden, warum manche Kinder in die Panzerung rutschen. und warum besonders sensible Kinder oft mehr davon betroffen sind. Jetzt stellst du dir vielleicht die Frage, ist es überhaupt umkehrbar, wenn das Herz des Kindes hart geworden ist? Ja, ist das. Ich möchte euch von Anita erzählen, weil ihre Erfahrung so schön zeigt, dass Veränderung möglich ist und sie zeigt auch einen sehr typischen Verlauf der Veränderung. Anita hat 2 Kinder, 4 und 2 Jahre, jung, und sie hat 2024 am Programm 'Kleine Abenteuer liebevoll begleiten' teilgenommen. Ihr großer Erstgeborener war in einem Zustand von riesiger Panzerung und sie beschreibt die vergangenen Jahre als unglaublich anstrengend. Es war, als würde er ständig gegen irgendetwas, irgendjemanden, ankämpfen und der kleine Bruder hat stark darunter gelitten. Sie war oft zu spät, obwohl beide Kinder direkt bei ihr waren, weil ihr Junge so schnell war und so heftig in seinen Ausbrüchen. Und nach dem ersten Durchgang im Programm wurde ihr Sohn ein bisschen weicher. Aber dann kam der Winter und warum auch immer, ist Anita wieder in alte Muster zurückgefallen und ist damit erneut in dem alten Teufelskreis gelandet. Sie wurde härter und die Panzerung ihres Sohnes nahm wieder zu. Und die Aggression im Alltag wurde sehr viel mehr. Und erst als Anita bewusst wurde, wie sensibel ihr Großer eigentlich ist, ist der Knoten geplatzt. Erst als sie ihn in seiner Wesensart sehen konnte, hat sich etwas verändert. Sie schreibt: 'Seit ein paar Wochen haben wir ein anderes Kind zu Hause.' Er ist so ausgeglichen, so fürsorglich dem Kleinen gegenüber und steht nicht mehr ständig unter Alarm. Er kann einfach wieder Kind sein und endlich ins Spiel abtauchen. Ich bin so froh, dass wir dran geblieben sind und nun die Entspannung im System spüren dürfen. Es war ein wirklich langer Weg, aber wir wussten immer, dass es für uns der richtige Weg ist. Das ist der Grund, warum wir diese Arbeit machen. Weil Kinder aufblühen, wenn ihre Herzen wieder weich werden dürfen, wenn Panzerung schmilzt und wenn sie dadurch zur Ruhe kommen. Jetzt fragst du dich vielleicht, ja, wie geht das denn konkret? Wie halte ich das Herz meines Kindes weich? Was braucht es ganz konkret, damit ein hart gewordenes Herz wieder aufweichen kann oder das Herz meines Kindes weich bleibt? Ganz einfach gesagt, braucht es mehr Wärme und Verbundenheit. Nicht Konsequenz, nicht Du musst es aber verstehen, dass das nicht geht. Ein hartes Herz wird nicht durch Druck weich, sondern durch Wärme. Was du aussendest, ist eine Einladung 'Ich bleibe bei dir, auch jetzt. Ich sehe, wie schwer das gerade ist. Ich helfe dir' und hier ist ganz entscheidend, dass du dich nicht von der Härte deines Kindes täuschen lässt. Dein Kind verhält sich unmöglich, weil es in Not ist. Es gibt diesen bekannten Satz: 'Liebe mich dann am meisten, wenn ich es am wenigsten verdiene.' Und der fasst das ganz wunderbar zusammen. Das trifft auf diese Kinder so sehr zu. Sie brauchen unsere Liebe dann am allermeisten, wenn sie es am allerwenigsten verdienen. Und wenn du selber weich und einladend bleibst, Dann schmilzt der Panzer und dann öffnen sich nach und nach die Türen zu den Tränen. Nur die Wärme lässt den Panzer der Härte schmelzen und nichts anderes schafft das. Ein hartes Herz, ein hart gewordenes Herz, braucht oft weniger Reize, weniger Erwartungen, sprich weniger Druck, mehr Halt und Orientierung, mehr Bindung und mehr Momente der Verbundenheit, nicht mehr Klarheit, mehr Geborgenheit. Wenn du meine bisherigen Folgen gehört hast, weißt du, wie wichtig es ist, dass wir Erwachsene im Bindungstanz die Verantwortlichen sind. Wir sind die Großen. Und genau hier ist es entscheidend, dass du die Verantwortung für dein Kind übernimmst und zwar nicht mit Härte, sondern mit Fürsorge. Auch dann, wenn dein Kind diese Fürsorge im ersten Moment vielleicht ablehnt, denn gerade dann, zeigt es dir, wie sehr es dich braucht, wie sehr es in Not ist. Es ist nicht normal, dass ein Kind Nähe abweist. Wenn du während dieser Folge gemerkt hast, in unserer Familie ist so viel härter, das wird noch ein langer Weg sein, dann schau total gerne unser Programm 'Kleine Abenteuer liebevoll begleiten' an. Dort gehen wir diese Schritte gemeinsam, in der Gruppe und mit unserer Begleitung. Zum Abschluss lass uns diese Folge nochmal kurz zusammenfassen. Wenn wir das mit vehementem Hauen, Beißen, Zwicken, Sticheln, Zurückschlagen, Anschreien und Aggression zu tun haben, dann deshalb, weil die Dinge, die für das Kind nicht funktionieren, nicht einsinken können. Weil das Herz des Kindes dichtgemacht hat. Die gute Nachricht ist, Panzerung ist nicht irreversibel und kann aufgeweicht werden. Und genau das brauchen unsere Kinder, um wachsen und reifen zu können: ein weiches Herz. Und darüber hinaus ist das der einzige nachhaltige Weg, den ich kenne, um aus dem Teufelskreis der Aggression wirklich rauszukommen. Wenn dir die Folge gefallen und geholfen hat, dann lass uns super gerne eine Bewertung da, abonniere den Kanal, wenn du die nächste Folge nicht verpassen möchtest. Nächste Woche schauen wir uns an, warum alles manchmal so heftig ist bei Kindern. Warum Wut, Eifersucht, egal welche Gefühle bei noch unreifen Kindern oft so eine unglaublich große Wucht haben und warum ihre Gefühle oft wirken wie ein Sturm.

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