#14 Aggression kommt nie aus dem Nichts: Warum Kinder wütend werden.

Shownotes

Aggression ist kein Erziehungsfehler. Sie ist ein Signal.

In dieser Folge erfährst du: – Warum Kinder wütend werden, obwohl „eigentlich nichts passiert ist“. – Wo der wirkliche Ursprung von Aggression bei Kindern liegt und wo diese grosse Wucht ihren Anfang nimmt. – Und wie du Aggression nicht bekämpfst, sondern nachhaltig vermindern kannst.

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Transkript anzeigen

00:00:10: Hallo und ganz herzlich willkommen bei.

00:00:11: Kleine Herzen, große Verbindung dem Podcast für Eltern, die weniger schimpfen und mehr staunen wollen.

00:00:19: Wir setzen mit dieser Serie über Wudeausbrüche und Aggressionen gemeinsam dort an, wo es im Familienalltag am heftigsten wird.

00:00:28: Aggression ist eines der herausforderndsten Themen für Eltern und vielleicht eines der schwierigsten Themen in der ganzen Menschheitsgeschichte überhaupt.

00:00:38: Ohne Aggression würde es keine Kriege geben.

00:00:42: Gerade mit kleinen Kindern fühlt es sich oft riesig an.

00:00:46: Das Kind ist noch sehr klein, aber die Ausbrüche sind immens.

00:00:50: Diese Wut, dieses Ausrasten, dieses Ich halt es nicht mehr aus beim Kind und offen auch bei den Eltern.

00:00:59: Aggression ist eines der Dinge, bei denen wir oft einfach nicht weiter wissen.

00:01:04: Nicht wissen, was wir tun sollen.

00:01:06: Ignorieren und abwarten.

00:01:08: Konsequenzen, das Kind wegschicken, bis es sich beruhigt hat.

00:01:13: Und gleichzeitig spüren wir da drin, irgendwie stimmt es alles noch nicht so richtig.

00:01:19: Vielleicht merkst du bei dir, ich hab schon so viel probiert, aber bisher hat nichts nachhaltig geholfen.

00:01:27: Wenn wir einen guten Umgang mit Aggressionen finden wollen, dann reicht es nicht nur auf das zu schauen, was an der Oberfläche passiert.

00:01:36: Dann reicht es nicht nur auf das zu schauen, was wir sehen.

00:01:39: Wenn wir nur das Verhalten sehen, reagieren wir automatisch auf das, was nach außen sichtbar ist.

00:01:46: Aber dort liegt das Problem nicht.

00:01:48: Aggression entsteht immer im Inneren.

00:01:53: Reagieren wir dann nur auf der oberflächlichen Ebene?

00:01:56: Dann ändert sich nichts.

00:01:59: Erst wenn wir den inneren Zustand im Blick haben, erst dann können wir wirklich helfen und kann sich die Situation längerfristig entspannen.

00:02:09: Wir müssen dieses Phänomen von innen heraus verstehen, um wirklich nachhaltig etwas zu verändern.

00:02:15: Und auch hier gilt es, ganz besonders hier, wo es so herausfordernd und so heftig wird, unsere Kinder mit dem Herzen zu sehen, weil die Lösung immer unter der Oberfläche zu finden ist.

00:02:30: Und genau da leuchten wir heute mit der Taschenlampe hinein.

00:02:34: Du bekommst heute keine Was-Mach-Ich-Wenn-Liste.

00:02:37: Die würde dir im besten Fall kurzfristig helfen, womöglich aber auch überhaupt gar nicht, weil das eigentliche Problem nicht nachhaltig gelöst würde dadurch.

00:02:48: Vielleicht kennst du Fragen wie, was mache ich, wenn mein Kind auf die Katze losgeht?

00:02:54: Was mache ich, wenn es die Schwester haut?

00:02:57: Wenn es nur noch schreit und tobt?

00:02:59: Wenn es ständig Wutanfälle hat?

00:03:03: Vielleicht stapeln sich bei dir auch schon die Bücher, die du zu dem Thema gelesen hast.

00:03:07: Da draußen gibt es tausende Tipps und Tricks.

00:03:10: Einige davon sind auch gar nicht so schlecht.

00:03:13: Aber oft erleben Eltern, die Tipps helfen im Moment, aber sie lösen das eigentliche Problem nicht.

00:03:20: Was heute geholfen hat, hilft morgen nicht mehr.

00:03:23: Deshalb schauen wir heute unter die Oberfläche.

00:03:28: Weil das ist auch morgen noch da und auch übermorgen.

00:03:30: Daran ändert sich nicht so schnell was.

00:03:34: Im ersten Moment geht es immer darum zu sehen, was hinter dem Verhalten liegt.

00:03:38: Zuerst wollen wir verstehen, warum unser Kind so reagiert, wie es reagiert.

00:03:43: Wir wollen das Kind hinter seinem Verhalten sehen.

00:03:46: Erst dann lohnt es sich, über konkrete Schritte im Alltag nachzudenken.

00:03:52: Wir holen heute als die Taschenlampe raus und du erfährst, was die Hauptursache für Aggression ist.

00:04:00: Warum kommt es überhaupt so weit?

00:04:02: Warum kommt es zu diesen heftigen Ausbrüchen und was ist der Ursprung für diese heftigen Stürmer?

00:04:10: Du weißt wahrscheinlich schon aus den letzten Folgen, der Ursprung von Aggression ist Frustration.

00:04:18: Frustration ist wie Druck im System und dieser Druck muss irgendwo hin.

00:04:24: Psychohygiene.

00:04:25: Wenn das Kind all diese Frustration in sich behalten würde, dann würde es irgendwann daran kaputt gehen, das muss wieder raus.

00:04:33: Wie beim Dampfkochtopf.

00:04:35: Wenn zu viel Druck drauf ist, muss der irgendwann entweichen.

00:04:39: Meine Mama hat mir früher immer erzählt, dass ein Dampfkochtopf explodieren kann.

00:04:44: Ich glaube nicht, dass sie das wirklich mal erlebt hat.

00:04:46: Ich muss sie unbedingt mal fragen.

00:04:48: Aber für mich als Kind war das ein Horrorszenario.

00:04:51: Ein explodierender Dampfkochtopf, heiße Flüssigkeit, die mir da entgegenspritzt.

00:04:56: Ich hatte immer Angst vor diesem Teil.

00:04:58: Genau so fühlt sich die Frustration im Innern eines Kindes an.

00:05:02: Es baut sich Druck auf und irgendwo muss er raus.

00:05:08: Und das ist nicht nur ein Horrorszenario, sondern er kommt wirklich auch raus.

00:05:13: Das ist dann manchmal die heiße Flüssigkeit, die uns entgegenspritzt.

00:05:18: Wir haben in Folge elf über den Frustrationskreisel gesprochen, über den himmelblauen VW-Bus, der in den Kreisel reinfährt und der drei mögliche Ausfahrten hat.

00:05:31: Er kann erstens die Ausfahrt der Veränderung wählen, Ich kann etwas verändern.

00:05:36: Es funktioniert wieder.

00:05:38: Manchmal geht das.

00:05:39: Manchmal braucht nicht.

00:05:41: Die zweite Auswahl ist die Auswahl der Adaption, also die Trauer und die Tränen darüber finden, was man nicht verändern kann.

00:05:49: Ich kann es nicht ändern.

00:05:52: Und mein Herz findet darüber aber zu Ruhe.

00:05:56: Die Voraussetzung für den Ausgang der Adaption, also für die Tränen, ist ein weiches Herz.

00:06:02: Unsere Aufgabe als Eltern ist es, das Herz unserer Kinder weich zu behalten.

00:06:07: Das wird uns im Rahmen vom Programm kleine Abenteure liebevoll begleitend fünf Wochen lang ganz intensiv beschäftigen.

00:06:15: Die dritte Ausfahrt ist die, die so schwer zu begleiten ist für Eltern.

00:06:21: Die Aggression.

00:06:22: Die angestaute Energie schießt nach außen in Worm eines Angriffs.

00:06:27: In Folge XIII hast du erfahren, warum reife Menschen nicht automatisch die Ausfahrt der Aggression nehmen müssen.

00:06:34: Nur weil ich frustriert bin, heißt es nicht, dass ich jemanden verletzen muss, wenn der Verbal noch körperlich.

00:06:40: Und du hast erfahren, warum das kändliche Gehirn diesen Filter oft noch nicht hat, warum Aggression bei noch unreifen Kindern ganz ungebremst rauskommt und sie noch keine innere Gegenstimme, also noch keinen Stopp, kein Abwegen kennen.

00:06:57: Wenn dein Kind also so ungebremst reagiert, dann deshalb, weil aus irgendeinem Grund der Ausgang der Adoption, der Trauer und der verletzlichen Gefühle versperrt ist und weil das Kind noch keine gemischten Gefühle hat, noch keine reiche Fähigkeit abzuwägen, ja, einerseits bin ich furchtbar wütend, andererseits liebe ich dich und ich will dir nicht wehtun.

00:07:19: Solange das Kind das noch nicht aus sich heraus kann, braucht es unsere Begleitung und unseren Schutz.

00:07:26: Soweit so gut.

00:07:28: Aber die Frage bleibt offen, wo kommt diese riesige Energie her?

00:07:33: Wir sehen den Sturm an der Oberfläche, aber wo entsteht diese gewaltige Kraft?

00:07:38: Was ist der Ursprung dieser großen Frustration?

00:07:42: Weil es muss etwas Großes sein, was einen solch riesigen Sturm auslösen kann.

00:07:48: Das kann mir jeder bestätigen, der schon mal ein Kind in einem handfesten Wuthausbruch erlebt hat.

00:07:54: Ich bin ja ein Fan davon, den Dingen wirklich auf den Grund zu gehen.

00:07:58: Nicht einfach Symptombehandlung zu betreiben.

00:08:00: Und bei Aggression ist es absolut entscheidend.

00:08:03: Weil wenn Frustration die Ursache ist, der eigentliche Ursprung, dann macht es immer Sinn, genau dort anzusetzen.

00:08:10: Bei der Ursache.

00:08:12: Wenn im Dampfkochtopf gar nicht erst so viel Druck entsteht, muss auch nicht mehr so viel Druck entweich.

00:08:17: Logisch, oder?

00:08:19: Es bringt wenig, immer wieder panisch am Vendil Druck abzulassen.

00:08:23: wenn die Herdplatte weiter auf Stufe neun steht.

00:08:27: Und hier erzählen mir ganz viele Eltern, mein Kind reagiert komplett grundlos aggressiv.

00:08:32: Es spielt ganz friedlich und plötzlich haut es seine Schwester.

00:08:37: Es umarmt mich und plötzlich fliebt es aus, aus dem Nichts.

00:08:43: Das wirkt so.

00:08:45: Aber du weißt inzwischen, Aggression kommt nie aus dem Nichts.

00:08:51: Nie.

00:08:52: Wenn ein Kind angreift, war vorher Flustration da.

00:08:57: Sichtbar oder unsichtbar.

00:08:59: Oft schon sehr lange vorher.

00:09:02: Der himmelblaue VW-Bus im Kreisverkehr dreht vielleicht schon länger seine Runden.

00:09:06: Und wir sehen nur den Moment, in dem er plötzlich die Ausfahrt nimmt.

00:09:10: Manchmal ist es offensichtlich, was vorher passiert.

00:09:13: Welche Enttäuschung, welcher Schmerz, welche Unmöglichkeit.

00:09:19: Wenn du an Frustration denkst, denkst du vielleicht an Momente, wo der Legokran nicht funktioniert, wo das Kind nicht länger aufbleiben darf, an den Moment, wo die Hausaufgaben gemacht werden müssen.

00:09:29: Das sind die sichtbaren Frustrationen, die Frustrationen, über die unsere Kinder meist sogar reden können.

00:09:36: Aber es gibt eine Frustration, die noch viel größeres, mächtiger, tiefer und oft unsichtbar.

00:09:45: Oft finden Kinder keine Worte darüber.

00:09:48: Aber wir müssen sie unbedingt kennen, um Aggression längerfristig vermindern zu können.

00:09:54: Um zu verstehen, was unsere Kinder am tiefsten frustriert.

00:09:58: Um zu verstehen, wo die größte Frustration passiert, müssen wir wissen, was ihnen am meisten bedeutet.

00:10:06: Willkommen sein bei einem fürsorglichen Erwachsenen.

00:10:11: Verbindung.

00:10:13: Bindung.

00:10:15: Alles im Kind ist auf Bindung ausgerichtet.

00:10:19: Sie sind wirtschaftlich, physiologisch, emotional von uns abhängig.

00:10:23: In der Steinzeit wie heute, wenn ein fürsorglicher Erwachsenen mich sieht, schützt, versorgt, mit mir geht, dann bin ich sicher.

00:10:32: Dann ist Vernahrung, Schutz und emotionale Unversehrtheit gesorgt.

00:10:36: Ganz egal, ob die Gefahren im Kind in Form eines Siebelzantigers oder in Form vom Straßenverkehr in der Großstadt begegnet.

00:10:45: Bindung sichert das Überleben unserer Kinder.

00:10:49: auf allen Ebenen.

00:10:51: Und dort, wo das größte Bedürfnis liegt, entsteht auch die größte Frustration.

00:10:58: Wenn das allerwichtigste Bedürfnis unserer Kinder nicht gestellt wird, entsteht die größte Frustration.

00:11:07: Die Frustration rund um Bindung und näher ist die größte und oft die überwältigendste Frustration im Leben unserer Kinder.

00:11:15: Es ist die Frustration, die meist hinter großer Aggression steckt.

00:11:21: Warum?

00:11:22: Ja, weil Bindung das größte Bedürfnis eines Kindes ist.

00:11:25: Der mächtigste Auslöser von Frustration ist Trennung.

00:11:31: Trennung ist für Kinder der stärkste Stressfaktor.

00:11:36: Viel stärker als ein Legokran, der nicht klappt.

00:11:39: Und diese Trennung kann ganz verschiedene Gesichter haben.

00:11:42: Mama ist vielleicht räumlich nicht anwesend, oder aber Mama ist zwar da, aber innerlich nicht erreichbar.

00:11:49: Das Kind fühlt sich zurückgewiesen, ich bin zu viel.

00:11:53: Oder es spürt, Mama ist gegen mich?

00:11:56: Oder ich muss hier alleine klarkommen?

00:12:00: Das sind die größten Frustrationsbrocken, die die zu großen Aggressionsausbrüchen führen oder zu ständigen und wiederholenden Piesacken und Sticheln.

00:12:11: Weil, wenn Bindung nicht funktioniert, schlägt das kändliche System sofort Alarm.

00:12:19: Übrigens kleine Bemerkung am Rande, wenn ich ja die Mama nenne, meine ich natürlich immer auch den Papa.

00:12:24: Ich meine immer auch die Betreuerin in der Kita, den Kindergärtner, die Lehrperson.

00:12:31: Ich spreche einfach oft von den Mamas, weil ganz viele Mamas hier zuhören, aber natürlich sind immer alle Menschen gemeint, die mit Kindern unterwegs sind, auch Großeltern und so weiter.

00:12:45: Trennungsfrustration ist die schwierigste aller Frustrationen, weil Bindung überlebenswichtig ist für unsere Kinder.

00:12:53: Über den Legokran kann das Kind schimpfen, vielleicht sogar auch weinen.

00:12:58: Aber darüber, dass es sich alleine fühlt, findet es oft weder Worte noch Tränen.

00:13:04: Das erklärt übrigens auch ganz bekannte Situationen, die du vielleicht von deinem Kind auch kennst.

00:13:09: Das Kind war bei Oma eigentlich ein wunderschöner Tag und zu Hause explodiert das.

00:13:16: Nicht wegen dem, was es mit Oma erlebt hat, das war alles nett, sondern wegen der Trennung.

00:13:22: Vielleicht explodiert das Kind dann wegen einem Wassertropf auf dem Pullover.

00:13:27: Und viele Eltern sehen dann nur den Wassertropfen auf dem Pulli und finden das verständlicherweise komplett übertrieben.

00:13:34: Aber es geht im Grunde nie um den Wassertropf, nie um die falsche Gabel, nie um das Brotstück, das nicht hätte halbiert werden dürfen.

00:13:41: Der Wassertropf ist nur der Moment, in dem der himmelblaue Fawebus die Ausfahrt der Aggression nimmt.

00:13:49: Was heißt das jetzt ganz konkret für uns?

00:13:51: Was heißt das für uns, wenn wir unseren Kindern helfen wollen, weniger in dieser Aggression stecken zu bleiben?

00:13:58: Und das ist möglich.

00:14:00: Ich habe es selbst bei meinen Kindern erlebt und ich habe es hundertfach bei Familien erlebt, die im Programm waren oder in der Löwenmama- und Papa-Helden-Community, wie ihre Kinder zu Ruhe gekommen sind und weniger von diesen Aggressionsausbrüchen erleben, sobald sie wieder zu ihren Tränen finden, sobald sie sich entspannen können?

00:14:20: und die Eltern es schaffen, die Frustration zu vermindern.

00:14:26: Sobald Aggression im Raum steht, können wir uns immer fragen, wo erlebt mein Kind eine Frustration, die womöglich gar nicht wahrgenommen wird?

00:14:36: Eine Trennung, eine Unsicherheit in unserer Verbindung womöglich?

00:14:42: Wo führt sich mein Kind zurückgewiesen, nicht gesehen, nicht gehalten?

00:14:47: Wo ist die Bindung gerade nicht mehr sicher oder nicht mehr spürbar für das Kind?

00:14:52: Es geht ja nicht drum, ob ich mein Kind immer noch liebe.

00:14:55: Das steht nicht zur Frage, ja.

00:14:57: Das ist klar, dass ich mein Kind immer noch liebe.

00:14:59: Die Frage ist, fühlt das mein Kind auch, spürt es das?

00:15:03: Und fühlt es sich sicher darin?

00:15:06: Wenn Aggression im Raum steht, können wir uns fragen, ist die Kita der Kindergarten oder die Nachmittagsbetreuung in der Schule, die mein Kind nach außen hin so wunderbar mitmacht, vielleicht für sein Bindungssystem im Grunde zu viel?

00:15:21: Manchmal muss ein Kind wirklich entlastet werden von zu viel Trennung.

00:15:25: Oft reicht es auch aus, wenn die Trennung entsprechend begleitet und für das Kind überbrückt wird.

00:15:31: Wenn du mit großer Aggression konfrontiert bist, bei deinem Kind ist die große Frage, wie kann ich die Herdblatt der Schunder drehen, bevor das Ventil wieder pfeift?

00:15:43: Ich habe euch letzte Woche von der Mama mit ihren zwei kleinen Jungs sieben Monate und zwei Jahren erzählt.

00:15:50: Ihr Große war voller Wut, voller Spannung.

00:15:52: Er schlug, er tobte, ging auf sie los und sogar auch auf das kleine Brüderchen.

00:15:57: und die Mama fragte sich, was mache ich falsch?

00:16:01: Sie fragte sich, ob sie ihn überfordert hat und diese Frage höre ich ganz oft, ob sie ihren Sohn verloren hat, ob die Bindung kaputt gegangen ist.

00:16:14: Dann haben die Eltern angefangen, diesen Podcast zu hören und sie haben verstanden, was sie im Innern ihres Kindes passiert, wie Frustration funktioniert.

00:16:24: wie Druck wirkt und wie sehr Druck alles verschlimmert.

00:16:29: Und kurze Zeit später schrieb sie mir, wir sind verblüfft, wie man so etwas mit so wenig erreichen kann.

00:16:38: Die Aggressionen sind fast ganz weg.

00:16:42: Das ist die Kraft von Bindung anstatt Verhaltenstraining.

00:16:46: Mit so wenig, mit einer veränderten Haltung, einem anderen Blick auf das Kind, kann sich so viel bewegen.

00:16:56: Es ist nicht wenig, wenn unsere Haltung, wenn unsere Sichtweise auf das Kind sich verändert.

00:17:02: Dann verändert sich alles.

00:17:04: Geht das immer so schnell wie bei der Mama mit den zwei Jungs?

00:17:07: Nein, natürlich nicht.

00:17:09: Aber ich erlebe es immer wieder, in dem Moment, in dem wir im Programm über verletzliche Gefühle sprechen, über die Panzerung, über die Bedeutung von Tränen, über den Wert von Trauer, über die verlorenen Tränen.

00:17:24: Dann passiert etwas.

00:17:26: Kinder finden wieder zu ihren Tränen.

00:17:30: Nicht, weil sie das Kind verändert hätten, sondern, weil ihnen den Eltern etwas weicher geworden ist.

00:17:37: Weil die Sichtweise eine andere geworden ist und weil der Raum plötzlich wieder sicher ist für das Kind.

00:17:44: Übrigens, ein kleiner Praxistip für euch.

00:17:48: Viele Eltern haben den Impuls mit ihrem Kind über diese großen Frustrationen sprechen zu wollen.

00:17:53: Das ist absolut verständlich.

00:17:55: Wir Erwachsenen funktionieren ja oft so.

00:17:57: Wenn etwas nicht läuft, reden wir darüber.

00:18:00: Und es kann gut sein, dass du jetzt in den Puls hast, zu deinem Kind zu gehen und zu fragen, ja, ist der Kindergarten für dich eigentlich zu viel?

00:18:07: Fühlst du dich dort alleine ohne die Mama?

00:18:10: Kinder können oft noch nicht über diese Dinge sprechen.

00:18:14: Im Akutfall schon gar nicht.

00:18:16: Viele Kinder, und wenn wir ehrlich sind, auch viele Erwachsener, können in einem emotionalen Sturm nicht benennen, was eigentlich los ist.

00:18:25: Darum führen warum Fragen meistens ins Lehrer.

00:18:30: Warum hast du deine Schwester gehauen?

00:18:32: Warum weinst du wegen diesem kleinen Wassertrop auf dem Pulli?

00:18:36: Diese Fragen funktionieren nicht, weil die Antwort immer dieselbe wäre.

00:18:41: Irgendetwas funktioniert für das Kind nicht.

00:18:44: Etwas, das es nicht verändern kann.

00:18:47: Etwas, das zu groß ist für Tränen.

00:18:49: Etwas, das wahrscheinlich mit Bindung und Trennung zu tun hat.

00:18:52: Etwas, was für das Kind sehr überwältigend ist.

00:18:55: dass es noch gar nicht darüber reden kann, dass es vielleicht nicht sagen kann, Mama, ich habe dich sofort vermisst im Kindergarten.

00:19:01: Und sehr wahrscheinlich hat diese Frustration etwas mit Bindung zu tun, etwas mit Trennung, eine realen Trennung oder eine gefühlten Trennung.

00:19:10: Du kommst der Frustration auf die Spur, in dem du dein Kind beobachtest.

00:19:15: Mit dem Wissen aus dieser Folge wirst du wissen, wann sich viel anstaut, ganz ohne, dass du dein Kind dazu intervieren musst.

00:19:23: Lass uns für heute nochmal zusammenfassen.

00:19:25: Wenn du in deinem Kind nur in die Aggression siehst, dann wirkt das schnell wie ein böses, wie ein unerzogenes Kind.

00:19:31: Und dann entsteht in uns der Reflex, es zurechtzubiegen, ihm etwas beizubringen, Grenzen enger zu ziehen.

00:19:38: Aber wenn du erkennst, mein Kind ist frustriert, über etwas, was in seinem Leben nicht funktioniert, über eine Trennung, die zu groß war, über Nähe, die vielleicht gerade fehlt, dann verändert sich etwas.

00:19:52: Es fällt dir leichter, die Wucht diese Emotionen anzunehmen, mitgefühlt zu haben und auf der Seite deines Kindes zu bleiben.

00:20:01: Du weißt vielleicht noch nicht, wie du das konkret umsetzen sollst, aber deine Sichtweise auf das Kind wird eine ganz andere dadurch.

00:20:08: Und das spürt dein Kind.

00:20:10: Es spürt, dass du nicht gegen das kämpfst, sondern auf seiner Seite bist.

00:20:15: Und das heißt natürlich nicht, dass dein Kind sein Bruder schlagen darf.

00:20:19: Es heißt nur, Du kannst ihm erst dann wirklich helfen.

00:20:24: Wenn du anerkennst, hier ist etwas, das sich Luft verschaffen muss.

00:20:27: Etwas funktioniert für dich gerade nicht.

00:20:30: Der Königsweg ist also nicht, die Aggression zu stoppen, sondern der Ursache von Frustration auf den Grund zu gehen.

00:20:38: Und wenn du Aggression mindern willst, dann halte Ausschau nach diesen kleinen und großen Trennungserfahrungen, die manchmal ganz unscheinbaren Trennungserfahrungen.

00:20:49: Dort ist in der Regel die Quelle für Frustration.

00:20:52: Und genau dort kannst du dein Kind nachhaltig entlasten.

00:20:56: Dein Kind kannst du nicht verändern, aber du kannst deine Begleitung verändern.

00:21:02: In der nächsten Folge erfährst du, warum das so ist und was du stattdessen tun kannst.

00:21:07: In der Zwischenzeit freue ich mich, dich zu lesen, in den Kommentaren hier im Podcast oder gerne auch in der Facebook-Gruppe.

00:21:13: Wenn du Fragen hast, melde dich sehr gerne.

00:21:16: Und wenn du mit Metallen magst, was du mitnimmst aus dieser Folge, Dann freue ich mich auch, von dir zu lesen.

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