#18 Abschied, wenn das Kind weint (anhängliche Kinder 3/3)

Shownotes

Wenn Abschiede schwer sind und dein Kind beim Gehen weint, brauchst du keine schnellen Lösungen.

In dieser Folge geht es nicht darum, wie Trennung „besser funktioniert“, sondern wie du verbunden bleibst, auch wenn du gehen musst.

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Transkript anzeigen

00:00:10: Hallo und ganz herzlich willkommen beim Podcast Kleine Herzen, große Verbindung, dem Podcast für Eltern, die weniger schimpfen und mehr staunen wollen.

00:00:20:  Super schön, bist du auch heute wieder dabei.

00:00:22: Ich freue mich riesig, dass so viele Menschen am Mittwoch jeweils bereits auf die neue Folge warten.

00:00:27: Danke für eure kostbare Zeit und für euer großes Vertrauen.

00:00:31: Wir sind ja bereits am Ende unserer Trilogie über anhängliche Kinder angekommen.

00:00:36: In der vergangenen Folge hast du erfahren, warum die Idee, dass wir Trennung mit unseren Kindern üben müssten, eine Falle ist.

00:00:44: Und wir haben darüber gesprochen, dass echte Unabhängigkeit dann wächst, wenn die Wurzeln tief sind.

00:00:53: Unser Wunsch ist, dass Kinder die Fähigkeit entwickeln, auch dann innerlich an uns festzuhalten, wenn sie für einen Moment von uns getrennt sind.

00:01:04: Aber wie machen wir das, wenn unsere Kinder noch nicht innerlich an uns festhalten können, aber wir trotzdem getrennt sind, weil ein Termin ansteht oder weil du zur Arbeit musst?

00:01:15: Wie kannst du deinen Kind auf den Abschied vorbereiten?

00:01:19: Wie kannst du deinen Kind dabei unterstützen, dass es sich verbunden weiß, auch wenn du weg bist?

00:01:25: Und wie hilfst du deinem Kind, deinen Trennungsschmerz zu verarbeiten, sodass du nicht nach der Trennung einen kleinen Vulkan abholst?

00:01:34: Das ist unser Thema heute.

00:01:37: Wenn Trennung schwer fällt, dann legt das nicht daran, dass du etwas falsch machst, sondern daran, dass die Natur es nicht so voll gesehen hat.

00:01:48: Unreife Kinder sind nicht für Trennung gemacht.

00:01:52: Das war in der ursprünglichen Großfamilie auch nicht ein Problem.

00:01:56: Irgendjemand war immer da, wenn nicht Mama und Papa, dann die große Schwester oder Oma und Opa.

00:02:02: Unsere Kinder sind nicht dafür gemacht, sich inmitten von Dienstplänen in der Kita wohl zu fühlen oder nach den Sommerferien ohne entspanntes Kennen lernen, einfach bei einem Menschen im Kindergarten zu bleiben, der sich für das Kind noch komplett fremd anfühlt.

00:02:18: Dein Kind ist also im Grunde nicht besonders anhänglich, sondern ein Kind hat einfach naturgegebene Bindungsinstinkte, die sich natürlich, je nach Temperament des Kindes, Neugierig oder eher schüchtern, eher extrovertiert oder mehr introvertiert und so weiter, unterschiedlich ausdrücken und auch je nach Geschichte deines Kindes.

00:02:41: Was hilft dir in diesen Momenten, wenn dein innerlicher Konflikt riesig ist?

00:02:47: Ich muss gehen, aber für mein Kind geht gerade die Welt unter.

00:02:54: Wir versuchen dann ja gerne zu erklären, zu rechtfertigen.

00:02:58: Du musst verstehen, dass ich zu der Arbeit muss.

00:03:01: Weißt du, das ist wichtig, damit wir genug Geld haben.

00:03:04: Oder zu beruhigen.

00:03:05: Du weißt ja, dass ich dich wieder abhole.

00:03:08: Ich habe dich gestern abgeholt und ich hole dich heute auch wieder ab.

00:03:12: Und dann merken wir, es hilft nicht.

00:03:16: Nicht so wirklich.

00:03:19: Die Welt des Kindes geht trotzdem unter laut oder leise.

00:03:23: Manche Kinder weinen und klammern und schreien.

00:03:26: Andere ziehen sich innerlich zurück.

00:03:29: Das ist dann, als würde jemand das Licht ausschalten.

00:03:32: Sie machen brav mit, aber der Stress steht Ihnen ins Gesicht geschrieben.

00:03:38: Lass uns hier nochmal kurz bei der letzten Folge anknüpfen.

00:03:42: Wenn unser Ziel nicht ist, dass das Kind Trennung übt, dann ist meine innere Ausrichtung nicht:

00:03:50: Wi e bringe ich mein Kind dazu, dass es die Trennung aushält?

00:03:55: Weil wir wissen ja, Kinder können Trennung eigentlich nicht aushalten, sondern unsere innere Ausrichtung ist, wie bleiben wir verbunden?

00:04:03: Auch wenn ich gehen muss.

00:04:06: Das ist wichtig.

00:04:07: Wie bleibt mein Kind mit mir verbunden?

00:04:12: Was es bei Abschieden und Trennung braucht, ist immer Verbindung.

00:04:17: Und zwar geht es nicht um meine Verbindung zum Kind primär, sondern es geht darum, ob mein Kind sich mit mir verbunden fühlt.

00:04:26: Wenn wir die Verbindung im Blick haben, dann überbrücken wir Erwachsenen die Kluft der Trennung für das Kind.

00:04:35: Und so bleibt dein Kind mit dir verbunden, auch wenn du gehst.

00:04:41: Ich möchte dir heute für genau diese Verbindung sechs Anker mitgeben.

00:04:47: Nicht als Tipp, die du irgendwie abarbeiten musst, sondern als eine innere Orientierung für eure Abschiede, für eure möglichen Trennungen.

00:04:57: Nicht mit dem Ziel, Das Trennung besser funktioniert, sondern, dass die Verbindung bleibt.

00:05:04: Auch dann, wenn du gehst.

00:05:07: Über den ersten Anker haben wir ja bereits gesprochen.

00:05:11: Nehmen es als Kompliment, wenn dein Kind dir nah sein möchte.

00:05:16: Das Bedürfnis, dir nah zu sein, drückt aus, wie gern dein Kind bei dir ist.

00:05:23: Du bist sein sicherer Ort.

00:05:27: Wenn Trennung dann gerade schwierig ist, dann darf so dich fragen, muss die Trennung jetzt wirklich sein?

00:05:36: Ist es jetzt wirklich nötig?

00:05:38: Oder gibt es andere Lösungen, kreative Lösungen, unkonventionelle Lösungen, Lösungen, die jetzt für mein Kind gerade gut funktionieren, die seinen Bedürfnis gerecht werden?

00:05:50: Das ist unser zweiter Anker.

00:05:53: Findet deine Antwort auf diese Frage.

00:05:56: Wenn du ja nicht mehr Trennung üben musst, um der Übung willen, Dann kannst du dich ganz neutral fragen, ist das gerade wichtig?

00:06:05: Oder können wir es uns irgendwie leichter machen?

00:06:09: Wenn du dir das in Ruhe überlegt hast, bist du für dich innerlich klarer.

00:06:15: Vielleicht kommst du zum Schluss, ja, dieser Abend für mich mit meinen Freundinnen, der ist mir wichtig.

00:06:24: Oder du kommst zum Schluss, eigentlich können wir mit der Spielgruppe auch einfach noch ein Jahr warten.

00:06:30: Ein Jahr mehr Zeit, dass die Bindungswurzeln tiefer wachsen können, da läuft uns nix davon.

00:06:37: Es ist wichtig, dass du dir das vorgängig mit Abstand in Ruhe überlegst.

00:06:43: Niemand anderes kennt die Antwort als du.

00:06:47: Du kennst dein Kind und erahnst wahrscheinlich ja schon im Voraus, wie es ihm bei der Trennung gehen wird.

00:06:53: Wenn du ehrlich bist, oder?

00:06:56: Überleg dir in Ruhe, 

00:06:58: ob diese Trennung jetzt wichtig und richtig ist oder ob sie vielleicht gar nicht unbedingt nötig oder ob ihr sie noch aufschieben könnt.

00:07:08: Wenn dein Kind denn bei der Trennung ganz fest weint, dann brauchst du für dich nämlich die Antwort auf die Frage, muss das jetzt sein?

00:07:19: Ist das gerade die bestmögliche Lösung?

00:07:22: Und die Antwort auf die Frage ist nicht primär eine organisatorische Frage, sondern eine innere Entscheidungsfrage.

00:07:31: Wenn du für dich abgewogen hast und weißt, ja, es ist jetzt wichtig, dann hast du eine ganz andere Haltung und du bist innerlich sicher und weißt, warum du dich so entschieden hast.

00:07:43: Was nicht heißt, dass du dich nicht auch nochmal umentscheiden darfst, wenn du merkst, dass es gerade alles ganz furchtbar ist für dein Kind und dir vielleicht dann doch noch eine Notlösung in den Sinn kommt.

00:07:55: Auch dass es menschlich und manchmal kommt uns

00:08:00: Die richtige Idee oder die Tragweite der Entscheidung wird uns manchmal auch einfach erst in dem entsprechenden Moment so richtig bewusst.

00:08:09: Wenn du weißt, dass es wichtig und richtig ist, dass es nötig ist, vielleicht auch etwas, was du überhaupt selber nicht entscheiden konntest, du weißt, es ist nötig und wenn dein Kind dann trotzdem traurig ist, vielleicht ganz furchtbar traurig, dann begleitet dein Kind in seiner Trauer.

00:08:29: Und das ist unser dritter Anker.

00:08:31: Dein Kind darf traurig sein.

00:08:34: Es darf weinen.

00:08:36: Es muss nicht für dich ein lächelndes Gesicht machen.

00:08:42: Auch wenn die Tränen für dich vielleicht schwer auszuhalten sind.

00:08:46: Dein Kind braucht zu spüren

00:08:49: Mama oder Papa sind auch dann für mich da, wenn es mir nicht gut geht.

00:08:55: Bleib an der Seite deines Kindes.

00:08:57: Nimm es in den Arm.

00:08:59: bis diese Abschied gebührend betrauert ist.

00:09:03: Es sind eine große Bedeutung, wenn das Kind in deinen Armen weinen darf und nicht einfach jemandem übergeben wird.

00:09:10: Es ist ein Unterschied, ob ein Kind traurig sein darf oder ob es resigniert, ob die Tränen einfrieren.

00:09:17: Vielleicht hast du auch schon Stimmen gehört, die dir gesagt haben, ach weißt du, mein Kind weint im Kindergarten nur ganz kurz.

00:09:23: Sobald ich weg bin, hört es sofort auf.

00:09:26: Vielleicht kennst du dieses Phänomen sogar aus eigener Erfahrung.

00:09:31: Dein Kind weint beim Abschied.

00:09:33: Du gehst und zwei Minuten später spielt es scheinbar fröhlich.

00:09:38: Es ist so, unreife Kinder lassen sich manchmal sehr leicht ablenken.

00:09:43: Ihr Gehirn kann ja nur eine Sache zur Zeit.

00:09:47: Und manchmal friert auch die Trauer einfach ein.

00:09:52: Nicht weil sie weg ist, nicht weil die Tränen geweint sind

00:09:56: sondern weil gerade kein sicherer Ort ist, um sie zu zeigen, weil da kein Mensch ist, der sich so vertraut anfühlt, dass die Tränen fließen könnten.

00:10:08: Eingefrorene Tränen, ungeweinte Tränen.

00:10:11: Diese Tränen verschwinden nicht einfach, sie zeigen sich später oft dann als Aggression.

00:10:17: Und Eltern beschreiben mir dann, diese Aggression kommt aus dem Nichts.

00:10:22: Ja, diese Aggression hat immer eine Vorgeschichte.

00:10:25: Ganz viele Kinder machen Abschiede wie kleine Heldinnen mit und schlagen abends die kleine Schwester oder den kleinen Bruder scheinbar aus dem Nichts.

00:10:36: Wenn du dafür sorgen willst, dass das Herz deines Kindes weich bleibt, wenn du dafür sorgen willst, dass die Trauer ihr Ventil bekommt, dann lass es erleben, ich werde gehalten, auch wenn es wehtut.

00:10:52: Der Abschied muss betrauert werden und das ist für das Kind ein riesiger Unterschied, ob du dein Kind in den Arm nimmst und sagst, oh ja, das ist gerade schwer für dich, oder ob du dein Kind schreiend jemandem in den Arm drückst und gehst.

00:11:07: Wenn wir in emotionalen Krisen für unsere Kinder da sind, werden wir zu einem Ort vom Halt, von der Sicherheit und genau das stärkt die Bindung.

00:11:18: Du kannst den Trennungsschmerz womöglich minimieren.

00:11:21: da kommen wir gleich drauf, aber unser Ziel ist nie, Trauer, die da ist, wegzudrücken.

00:11:29: Wenn dich dieses Thema vertieft interessiert, in Folge 11 haben wir über die Wutausbrüche ganz ausführlich gesprochen und auch darüber, warum ungeweinte Tränen sich oft dann als Aggression oder als Quengeln oder als Piesacken ausdrücken.

00:11:47: Jetzt stellt sich natürlich die Frage, gibt es denn eine Möglichkeit, diesen Trennungsschmerz kleiner zu machen.

00:11:54: Worauf kannst du dich konzentrieren, wenn du weißt, dass es für dein Kind darauf ankommt, trotz der Trennung mit dir verbunden zu bleiben?

00:12:04: Der Anker Nummer vier lautet, auftanken vor der Trennung.

00:12:09: Wenn du weißt, dass du später gehen wirst, dann sorge dafür, dass dein Kind satt ist, wenn du gehst.

00:12:16: Bindungssatt nähre dein Kind im Voraus.

00:12:19: Wir würden unsere Kinder auch nicht mit einem leeren Bauch in die Schule schicken, oder?

00:12:24: Genauso wichtig ist es, dass sie Bindungsatt sind, bevor wir uns trennen.

00:12:30: Und diese Verantwortung liegt bei uns Erwachsenen.

00:12:33: Wir sind die Leitwölfe.

00:12:35: Wir versorgen.

00:12:37: Bevor das Kind danach fragt, warte nicht, bis dein Kind nach Nähe schreit, sondern gib sie ihm gerne vorausschauend.

00:12:44: Du weißt ja, was es braucht.

00:12:47: Auftanken vor der Trennung.

00:12:49: Das kann Abschiede sehr viel leichter machen.

00:12:53: Es ist ein bisschen wie ein Sandwich.

00:12:55: Vorher auftanken und nachher wieder aufwärmen.

00:12:58: Wenn dein Kind sich mit ihr verbunden fühlt und satt ist an Nähe, dann tut Trennung weniger weh.

00:13:06: Das ist kein Geheimtrick, damit Trennung dann besser funktioniert.

00:13:11: Das hebelt das nicht aus, dass Kinder nicht für Trennung gemacht sind, sondern der Fokus liegt darauf, dass wir verbunden bleiben, auch wenn ich gehen muss.

00:13:20: Heißt das, dass Trennung dann immer leicht ist?

00:13:22: Nein, natürlich nicht.

00:13:24: Aber nur ein sattes Kind, ich meine jetzt satt im Bauch, kann sich in der Schule konzentrieren.

00:13:30: Wenn der Bauch ständig knurrt weil es kein Frühstück gegeben hat, ist das schwierig.

00:13:35: Und genauso kann sich nur ein bindungssattes Kind mit dir verbunden fühlen, auch wenn du gehst.

00:13:43: Und dann kommt der Abschied.

00:13:45: Und hier passiert oft aus Versehen ein entscheidender Fehler.

00:13:50: Wir sprechen dann über die Trennung.

00:13:52: Wir erklären sie.

00:13:53: Wir rechtfertigen sie.

00:13:55: Du musst verstehen, dass du heute zu Oma musst.

00:13:57: Du kannst nicht mit zum Zahnarzt kommen.

00:14:00: Da kann ich nur alleine hingehen.

00:14:03: Diese Erklärungen sind total verständlich, aber damit wird für das Kind die Trennung noch größer.

00:14:11: Versuche stattdessen, die Trennung zu überbrücken.

00:14:15: Nicht der Abschied ist wichtig, sondern das Wiedersehen.

00:14:20: Sag deinem Kind, sobald du im Bett bist, bin ich wieder da.

00:14:24: Dann kuscheln wir, dann sehen wir uns wieder.

00:14:28: Oder gib deinem Kind etwas mit, dein Schal von dir, etwas, was dir lieb ist.

00:14:34: Da ist ein bisschen Mama-Liebe drin, das bleibt bei dir.

00:14:38: Oder gib ihm einen kleinen Auftrag, kannst du die Socken einsammeln, bis ich wieder zurück bin?

00:14:42: Ich muss nur kurz aufs Klo.

00:14:45: Damit schlägst du eine Brücke über die große Kluft.

00:14:52: Und das ist der Anker für den Abschied selbst.

00:14:55: Wir überbrücken die Trennung, wir stellen die Verbindung in den Vordergrund, sprich über eure Verbindung, nicht über die Trennung.

00:15:04: Wir werden im Programm dem Thema Trennung einen ganzen Workshop widmen und da noch ganz, ganz viele Ideen gemeinsam ausprobieren.

00:15:12: Für heute ist wichtig, lass dein Kind wissen, dass du alles denkst, auch wenn ihr getrennt seid.

00:15:20: Ich werde heute fest an dich denken, wenn du einschläfst, wenn du aufwachst, wenn du dein Pausenbrot isst.

00:15:26: Und so fühlt sich Trennung weniger nach Trennung an und du rückst eure Verbindung in den Fokus.

00:15:33: Mama ist im Herzen mit dabei.

00:15:36: Ist das ein Zaubertrick?

00:15:38: und du kannst dein zweijähriges Kind von heute auf morgen bei der Tagesmama lassen, wenn du ihm nur einen Schal von dir mitgibst und mit ihm über das Wiedersehen anscheinend über die Trennung spricht?

00:15:48: Natürlich nicht.

00:15:51: Aber indem du mehr Verbindungen dazu gibst, machst du die Trennung ein kleines Stückchen leichter.

00:15:59: Und der Anker Nummer sechs zum Abschluss.

00:16:02: Solange dein Kind sich noch nicht über Distanz hinweg innerlich mit dir verbunden fühlen kann, braucht es jemand anderes an deiner Stelle.

00:16:12: Dann reicht es nicht für das Kind irgendwo zu sein.

00:16:15: Dann braucht dein Kind einen Menschen, an denen es auch gebunden ist.

00:16:20: Es ist vielleicht nicht zu Hause, aber es soll sich wie zu Hause fühlen.

00:16:26: Das heißt, dein Kind braucht einen Ort, an dem es nicht nur betreut und beaufsichtigt wird, sondern verbunden ist mit einem Menschen, der für es sorgt.

00:16:38: Es braucht einen Menschen, der ihm vertraut ist.

00:16:42: Der Zeit hat für dein Kind und ihm Wärme gibt und in dessen Nähe sich dein Kind sicher und willkommen fühlt, bei dem es spürt, der Mensch freut sich, wenn ich da bin.

00:16:52: Bis diese Verbindung gewachsen ist, braucht es Zeit, Zeit, um Vertrauen wachsen zu lassen.

00:16:59: Das entsteht nicht von heute auf morgen.

00:17:01: Und erst wenn diese Bindung da ist, kann dein Kind deine Abwesenheit überhaupt aushalten, weil es ja bei jemand anderem sicher ist in der Zeit.

00:17:12: Nicht, weil es gelernt hat, sich zusammen zu reißen, sondern weil es sich bei diesem Menschen auch sicher fühlt.

00:17:18: Das ist übrigens auch für die Schule entscheidend.

00:17:21: Das ist nicht einfach vorbei, wenn die Kinder fünf oder sechs sind.

00:17:24: Kinder lernen von Menschen, an die sie gebunden sind.

00:17:28: Und sie lernen dann, wenn sie entspannt sind.

00:17:32: Diese Verbindung während eurer Trennung ist kein Luxus, sondern wirklich Voraussetzung.

00:17:38: Lassen Sie die sechs Anker nochmal kurz zusammenfassen.

00:17:41: Die sechs Anker für mehr Verbindung auch dann, wenn Trennung nötig ist.

00:17:45: Anker, die euch rund um den Abschied tragen können und dir Orientierung geben.

00:17:51: Der Anker Nummer eins, nimm es als Kompliment.

00:17:54: Wenn dein Kind dir nah sein möchte, das Bedürfnis dir nah zu sein, sagt einfach, wie gern dein Kind bei dir ist und wie sicher es sich bei dir fühlt.

00:18:03: Der Anker Nummer zwei, frag dich ihm voraus

00:18:07: Muss die Trennung wirklich sein?

00:18:09: Muss sie jetzt sein?

00:18:11: Wäge ab, dein Abwägen bringt dir eine innere Klarheit und Sicherheit.

00:18:17: Und du darfst dich gerne immer auch fragen, gibt es Alternativen, die leichter wären?

00:18:22: Der dritte Anker, wenn der Abschiedsschmerz da ist, manchmal auch schon vor der Trennung, begleite die Trauer.

00:18:31: Klemm sie nicht ab, Tränen dürfen sein.

00:18:35: Und der vierte Anker im Voraus nähern.

00:18:38: Großzügig auftanken vor der Trennung.

00:18:43: Hier machen übrigens viele Eltern auch die Erfahrung, dass wenn schon viel Trennung da war, die kleinsten Trennungen, wie kurzen Raum zu verlassen oder einkaufen zu gehen, für das Kind unterträglich werden.

00:18:56: Einfach weil der Tank leer ist.

00:18:59: Also großzügig auftanken vor der Trennung, damit das Kind wirklich satt ist.

00:19:05: Überbrücke die Trennung, das ist der fünfte Anker, sprich über die Verbindung, nicht über die Trennung.

00:19:12: Und es braucht immer eine Ersatzbindung.

00:19:16: Das ist der Anker Nummer sechs.

00:19:18: Während dein Kind von dir getrennt ist, braucht es einen Menschen, an den es gebunden ist.

00:19:23: Es ist vielleicht nicht zu Hause, aber es soll sich wie zu Hause fühlen.

00:19:29: Sechs Anker, die euch helfen, dass dein Kind mit dir verbunden bleibt, auch dann wenn du gehen musst.

00:19:38: Du musst dein Kind nicht abhärten.

00:19:41: Die Antwort auf Trennung ist immer Verbindung.

00:19:45: Je tiefer die Bindung ist, desto kleiner wird das Trennungsproblem.

00:19:52: Ich hoffe, ihr lebt diese kleine Serie über anhängliche Kinder.

00:19:56: Hat euch noch mehr Sicherheit gegeben.

00:19:59: Vielleicht weniger Zweifel.

00:20:01: Vielleicht auch das Gefühl, ich bin nicht falsch.

00:20:04: Und mein Kind ist auch nicht falsch.

00:20:06: Mir ist bewusst, dass dieses Thema damit nicht abgeschlossen ist.

00:20:09: Bindung ist kein Projekt, das man abschließen kann, das man abhakt.

00:20:14: Sie begleitet uns durch viele verschiedene Phasen hinduisch und hat auch einfach ganz verschiedene Facetten.

00:20:20: Und vielleicht nimmst du aus diesen drei Folgen einfach mit, Nähe ist kein Problem.

00:20:26: Sie ist der Boden, auf dem Entwicklung stattfinden kann.

00:20:32: In der nächsten Folge schauen wir auf ein Thema, das viele Eltern enorm belastet.

00:20:37: Eifersucht.

00:20:39: Warum sie entsteht, was sie uns eigentlich sagen will und wie wir die Kinder begleiten können, ohne sie gegeneinander auszuspielen, das beschäftigt uns in der nächsten Folge.

00:20:51: Ich freue mich, wenn du auch nächste Woche wieder dabei bist.

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