#19 Raus aus der Eifersuchtsfalle (1/3)
Shownotes
Eifersucht verstehen: Was steckt wirklich hinter Eifersucht? Was sieht wie Eifersucht aus, aber ist eigentlich gar keine?
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00:00:10: Hallo und ganz herzlich willkommen bei.
00:00:12: Kleine Herzen, große Verbindung dem Podcast für Eltern, die weniger schimpfend und mehr staunen wollen.
00:00:19: Kennst du das Gefühl, dass du zwischen zwei Kindern stehst?
00:00:21: und egal was du tust, es wird nur schlimmer?
00:00:24: Deine Kinder streiten ständig und du weißt nicht mehr, wie du mit diesen Eifersuchtsattacken umgehen sollst.
00:00:31: Das ist unser Thema heute und in den nächsten beiden Folgen.
00:00:35: In dieser Serie über Eifersucht erfährst du, wie du Eifersucht besser verstehst und ihre Wurzeln erkennst, wie du deinen Kindern Sicherheit gibst und die Qualität entschärfst und wie du langfristig mehr Harmonie und Geschwisterliebe förderst.
00:00:51: Natürlich, wir können diese nicht machen, nicht erzwingen, aber wir können gute Bedingungen für eine gesunde Geschwisterbeziehung schaffen.
00:01:01: Unser Thema heute?
00:01:03: Eifersucht verstehen und herausfinden?
00:01:05: Was steckt wirklich hinter Eifersucht?
00:01:07: Und was sieht nur, wie Eifersucht aus, ist aber eigentlich gar keine.
00:01:12: Nächste Woche schauen wir uns Auswege aus der Eifersuchtsfalle an und der Abschluss unserer dreier Serie, da erfährst du dann, wie du die Eifersucht überflüssig machst.
00:01:23: Ich kenne das Thema Eifersucht und Rivalität auch aus meinem Alltag als Mama.
00:01:27: Ich bin Mama von drei Kindern zwischen sieben und mittlerweile vierzehn Jahren.
00:01:31: Und ich hatte, ehrlich gesagt, damals bei dem zweiten Kind nicht mit diesen heftigen Eifersuchtsattacken gerechnet.
00:01:38: Unsere älteste, die allersüßeste, zweijährige mochte das Baby ihre kleine Schwester über alles.
00:01:45: Aber sie war in anderen Momenten gefühlt das gewalttätigste Kind im Umkreis von fünfzig Kilometern.
00:01:54: Weil mir damals niemand so richtig helfen konnte und weil ich immer schon gerne wissen wollte, warum etwas so ist, wie es ist, habe ich damals angefangen zu forschen, und bin im Bindungsansatz fündig geworden.
00:02:05: Ich habe später dann meine damalige Arbeit als Lehrerin aufgegeben, weil mich die Entwicklungspsychologie so sehr gepackt hat und ich wissen wollte, was in den Köpfen und Herzen diese kleinen Menschen wirklich passiert.
00:02:16: Verstehen gibt Sicherheit und Sicherheit brauchen wir, wenn wir Kinder ins Leben begleiten wollen.
00:02:23: Mein Wunsch ist, dass Entwicklungspsychologie spricht die Art und Weise, wie Kinder sich entwickeln und das Wissen darüber, was sie für ihre Entfaltung brauchen
00:02:32: keine Theorie mehr bleibt, sondern wirklich im Alltag anwendbar ist.
00:02:37: Und die Eifersucht, die löst in vielen Eltern so große Verzweiflung aus, hält dem Beschreiben das oft als ganz starke Trigger.
00:02:45: Eine Mama schrieb dazu, für mich ist es die größte Herausforderung, nicht mitzuschreien und wütend zu werden, wenn es wieder mal eskaliert und dann nicht partei zu ergreifen.
00:02:57: Und eine andere Mama, ich habe vier Kinder, wovon Kind eins und zwei, Nur siebzehn Monate auseinander sind.
00:03:03: Seit der Geburt des zweiten Kindes sind sie Rivalen.
00:03:07: Ich habe gefühlt, schon alles ausprobiert.
00:03:11: Wie gut ich diese Ohnmacht und Verzweiflung verstehen kann.
00:03:14: Ich war gerade so richtig in meine Rolle als Mama angekommen.
00:03:17: Ich hatte das Gefühl, dass es ganz gut läuft mit unserer Tochter und wir haben uns allen gemeinsam auf das Baby gefreut.
00:03:24: Und dann kam das Baby und zack, die Welt von unseren Erstgeborenen war sowas von auf den Kopf gestellt
00:03:32: und sie war wie ausgewechselt.
00:03:34: Ihre Hände waren irgendwie immer schneller und zack, hat sie schon wieder ihre Krallen ausgefahren.
00:03:40: Es schien, als ob meine Liebe nicht für beide Kinder reicht.
00:03:44: Obwohl ich sie beide über alles geliebt habe, aber einer war immer am Schreien.
00:03:49: Ich erinnere mich, wie ich mich damals täglich gefragt habe, ob wir als Eltern wirklich auf dem richtigen Weg sind.
00:03:56: Wenn du magst auf so gerne in die Kommentare schreiben, wenn du das auch kennst, dieses innere Zweifeln und diese Ohnmacht im Bezug auf die Geschwister, Rivalität und die Geschwisterkonflikte.
00:04:07: Was bedeutet denn Eifersucht?
00:04:09: Was hat das mit dieser Eifersucht auf sich?
00:04:12: Eifersucht ist ein Wort, das wir alle kennen und ganz besonders im Zusammenhang mit Geschwistern immer wieder benutzen.
00:04:18: Aber was bedeutet das Wort denn ganz genau?
00:04:21: Im Wörterbuch steht als Definition Stärke übersteigete Furcht, jemandes Liebe oder Zuneigung mit einem oder mehreren anderen teilen zu müssen, beziehungsweise an andere zu verlieren.
00:04:38: Es geht also um Liebe, um Zuneigung.
00:04:41: Bin ich geliebt?
00:04:42: Bin ich willkommen?
00:04:44: Ist mein Platz sicher?
00:04:46: Aber warum ist die Reaktion so heftig, so intensiv?
00:04:51: Was ist das Wichtigste für unsere Kinder?
00:04:55: Nicht Nahrung oder Sicherheit.
00:04:58: Bindung.
00:04:59: Kinder kommen mit einem enormen Bedürfnis zur Welt, denen diese Liebe nahezus sein, nicht nur im ersten Lebensjahr.
00:05:08: Und es ist naheliegend, dass wenn dieses Bedürfnis so riesig ist, größer als alles andere, dann legt auch die Furcht nah, diese Liebe, diese Nähe zu verlieren.
00:05:19: Diese Furcht ist aber nicht offensichtlich.
00:05:22: Das Kind steht nicht vor dich hin und sagt, ich habe aber Angst, deine Liebe zu verlieren, Mama.
00:05:28: Wie zeigt sich diese Angst, Mamas oder Papas Liebe zu verlieren, ganz konkret?
00:05:34: Es sind zum Beispiel Kinder, die alles bestimmen wollen, die ständig nach Bestätigung suchen, sich in den Mittelpunkt drängen.
00:05:41: Kinder, die an anderen herumzerren oder Dinge wegnehmen, das Spielzeug aus der Hand reißen, sich beklagen, das ist unfair, ich will aber zuerst
00:05:50: sich über Kleinigkeiten ärgern oder sich zurückziehen und ihn sich selbst verkriechen, sich selbst bemitleiden.
00:05:57: Kinder, die Wutausbrüche haben, schreien, beißen, schlagen, schubsen, kratzen, treten, Dinge rumschmeißen.
00:06:07: Aber auch nörgelnde Kinder, den ganzen Tag unzufriedene Kinder.
00:06:13: Und genauso auch übereingepasste Kinder, die extrem fleißig sind.
00:06:20: All das noch viel mehr kann Ausdruck von Eifersucht sein, von der Angst, hat Mama mich noch lieb?
00:06:30: Oder aber auch Mama abzulehnen.
00:06:32: Du hast mich sowieso nicht mehr lieb, dann brauche ich dich auch nicht mehr.
00:06:36: Auch das kann Ausdruck sein von dieser Furscht.
00:06:40: Und dieses Verhalten löst oft in den Eltern eine große Hilflosigkeit aus.
00:06:46: Wie gehe ich damit um, wenn mein Kind Dinge rumschmeißt, Das kann doch nicht sein, dass er den ganzen Tag nur rumnörgelt und oft schleicht sich dann auch die Sorge ein.
00:06:56: Gebe ich wirklich genug?
00:06:59: Mach ich etwas falsch?
00:07:01: Kommt mein Kind zu kurz?
00:07:04: Und darauf brauchen Eltern tiefergreifende Antworten, als es ist normal, wenn Kinder eifersüchtig sind.
00:07:10: Schaut es so, wenn alles in deinem Kind auf Bindung ausgerichtet ist.
00:07:15: Wenn da dein Geschwisterchen zur Welt kommt, ist es eine enorme Bedrohung für diese Bindung.
00:07:21: Nicht unbedingt real.
00:07:23: Du hast genug Liebe für zwei und auch mehrere Kinder.
00:07:26: Aber das kindliche Gehirn unterscheidet nicht zwischen einer realen und einer befürchteten Bedrohung.
00:07:33: Wenn sich da noch ein anderer Arm um Mama schlingt, ist es eine furchtbare Bedrohung.
00:07:38: Und die Frage drängt sich natürlich auf, ist mein Platz noch sicher?
00:07:42: Hat Papa mich noch lieb?
00:07:45: Immer wenn wir es mit den komischen Auswüchsen von Eifersucht zu tun haben, steckt dahinter im Grunde die Frage, bin ich hier sicher?
00:07:53: Bin ich willkommen bei dir, Mama?
00:07:55: Bin ich willkommen bei dir, Papa?
00:07:58: Und diese Frage müssen wir auf eine umfassende Weise beantworten.
00:08:02: Da geht es nicht um, wer ist zuerst dran?
00:08:05: Wer bekommt das größere Stück?
00:08:07: Behandle ich meine Kinder auch wirklich fair.
00:08:10: Da geht es um etwas viel größeres.
00:08:13: Und die Frage lässt sich auch nicht beantworten mit Ach, du weißt doch, dass wir dich lieb haben.
00:08:18: Sonst sagt es mal zu deinem Partner, deinem Partner, du weißt doch, dass ich dich lieb habe.
00:08:23: Wir müssen Liebe erleben, sie ihn uns aufsaugen und darin zur Ruhe kommen.
00:08:32: Wir werden in den nächsten beiden Folgen darüber sprechen, wie Kinder die Liebe am besten aufnehmen und wirklich zur Ruhe kommen können.
00:08:40: Um das ein bisschen nachempfinden zu können, mag ich den Vergleich mit einer Partnerschaft.
00:08:45: Stell dir vor, welche Momente du mit deinem Partner, deiner Partnerin am meisten genießt, sei es gemeinsame Gespräche, sich Dinge erzählen, die du sonst mit niemandem teilst, Zärtlichkeit, angekuschelt einschlafen.
00:08:59: Und stell dir vor, dass da noch eine andere Frau beziehungsweise ein anderer Mann gleichzeitig im Arm deines Mannes liegen würde.
00:09:07: Damit hätten viele Erwachsene ganz schön zu tun.
00:09:12: Dass ist nicht
00:09:12: das Gleiche sagst du jetzt vielleicht?
00:09:14: Nein, ist es nicht.
00:09:15: Und vielleicht doch, wir sind alle Bindungswesen und was wir uns zutiefst wünschen, ist, dass wir uneingeschränkt willkommen sind bei einem Menschen.
00:09:25: Dass da jemand ist, auf den wir uns verlassen können, jemand, der immer zu mir steht.
00:09:33: Und das ist bei Kindern gar nicht so sehr anders als bei Erwachsenen.
00:09:38: Manchmal können Kinder diese Unsicherheiten und diese Ängste ja sogar ausdrücken.
00:09:44: Unsere Älteste sagte nach der Geburt unseres dritten Kindes oft zu mir, Mama, ich wünsche mir, wir könnten das Baby zurückgeben.
00:09:52: Sie war damals sechs Jahre und sie konnte das bereits ausdrücken.
00:09:56: Oft drückt sich die Frustration, dass da gefühlt jemand die Liebe wegnimmt, auch einfach über das Verhalten aus.
00:10:04: Wenn Eifersucht beziehungsweise die Angst, jemand das Liebe zu verlieren, nicht über Worte ausgedrückt werden kann, dann drückt sich diese Angst.
00:10:13: Diese Frustration im Verhalten aus.
00:10:16: Das, worüber wir eben gesprochen haben, nörgeln, hauen, beißen, oder aber auch eine wunderbare Angepasstheit.
00:10:24: Weil das alles sehr vielschichtig ist, vermischt sich Eifersucht mit einem anderen Thema.
00:10:30: Und es ist im Alltag oft gar nicht so leicht, das zu differenzieren.
00:10:34: Eine Mama beschrieb es so, für mich ist die größte Herausforderung, schrieb sie, das ständige Gemotze.
00:10:41: Mich triggert das extrem, wenn die beiden sich nichts gönnen, sich beim Vorbeilaufen schubsen, auslachen, wenn was passiert.
00:10:49: Es ist eine gehässige Stimmung, die ich irgendwie nicht ändern kann.
00:10:54: Was diese Mama beschreibt, können ganz viele Eltern.
00:10:57: Ganz oft gehen Geschwisterkinder aufeinander los, mit Worten, Beleidigungen herabsetzen, aber auch handgreiflich mit schubsen und beißen.
00:11:06: Wir denken dann an sowas wie Eiversucht oder Rivalität.
00:11:10: Das muss nicht unbedingt falsch sein, Aber es gibt noch so viele weitere Einflüsse und ich möchte heute zum Schluss euch aufzeigen, wann wir es nicht primär mit Eifersucht zu tun haben.
00:11:22: Weil Beleidigungen schimpfen, aber auch hauen, haben oft einen ganz anderen Grund.
00:11:28: Dafür möchte ich euch gerne Lara vorstellen.
00:11:31: Der Morgen beginnt für Lara wie jeder andere Morgen auch.
00:11:35: Frisch und fröhlich kommt sie im Kindergarten an, aber schon beim Betreten des Raumes stockt sie.
00:11:42: Ihr Lieblingsplatz ist besetzt.
00:11:45: Ein anderes Kind sitzt bereits dort.
00:11:49: Lara's Herz wird schwer.
00:11:51: Für einen kurzen Moment schießen ihr die Tränen in die Augen, aber sie schluckt sie, tapfer herunter.
00:11:57: Ich bin doch ein großes Mädchen, sagt sie unhörbar zu sich selbst und sucht sich einen anderen Platz.
00:12:05: Aber der Tag fühlt sich für Lara jetzt nicht mehr so richtig schön an.
00:12:11: In der Pause draußen auf dem Hof ist es heute auch nicht so schön wie sonst.
00:12:16: Lara spielt am Klettergerüst, so wie sie das immer gerne tut.
00:12:20: Und ein großer Junge kommt angerannt und schubst sie ohne Grund zur Seite.
00:12:27: Lara stolpert und fällt hin "au" ruft sie.
00:12:31: Aber der Junge ist schon weg.
00:12:32: Er hat es gar nicht mehr bekommen.
00:12:35: Niemand hat es gesehen.
00:12:37: Niemand tröstet Lara.
00:12:40: Sie steht da.
00:12:42: Allein fühlt sich klein.
00:12:45: Hilflos, die Tränen brennen ihr in den Augen, aber sie werden nicht ausgelacht werden, sie presst die Lippen fest zusammen und schaut ein bisschen zur Seite.
00:12:59: Gegen Mittag dann wird die Sehnsucht nach ihrer Mama immer größer.
00:13:04: Die Stunden im Kindergarten ziehen sich wie sehr Kaugummi da hin und Lara fühlt sich verloren.
00:13:12: Ich will nach Hause, denkt sie, aber es dauert noch eine Stunde.
00:13:18: Eine schrecklich lange Stunde.
00:13:20: Eigentlich bastelt Lara total gerne, aber jetzt zählt sie die Minuten bis endlich, endlich die Tür aufgeht.
00:13:28: Schnell rennt sie nach Hause und als Lara an ihre Mama denkt, schlägt ihr Herz bereits im Voraus höher.
00:13:34: Aber Zuhause in der Küche steht Mama am Waschbecken, die Ärmel hochgekrempelt, die Hände im kalten Wasser.
00:13:40: Hallo Lara, schön bist du da!
00:13:42: Sagt die Mama freundlich, ohne sich umzudrehen.
00:13:44: Versorg bitte deine Jacke und denk an die Schuhe!
00:13:48: Kein Blick, keine Umarmung.
00:13:52: Kein... Wie war dein Tag, Lara?
00:13:56: Die Enttäuschung trifft Lara wie ein Schlag.
00:14:00: Und wieder schluckt sie die Tränen herunter.
00:14:04: Als sie durch den Flur geht, sieht sie ihren kleinen Bruder Lars auf dem Bodensitzen.
00:14:08: Er spielt vertieft mit den Duplos ganz in seiner eigenen Welt.
00:14:13: Ohne nachzudenken, läuft sie auf ihn zu, schubst ihn von der Seite her um.
00:14:18: Zack!
00:14:19: Lars fällt um.
00:14:20: Bauklötzer fliegen in alle Richtungen und er fängt an zu schreien.
00:14:24: Sein Gesicht ist rot vor Wut und Schmerz und Mama kommt natürlich sofort angerannt.
00:14:31: Und Lara steht nur da.
00:14:33: Mit hängenden Schultern und einem steinharten Gesicht.
00:14:39: Wie kann sie nur so böse sein?
00:14:42: Denkt Mama.
00:14:45: Niemand sieht.
00:14:47: Kein einziger Mensch sieht, das hinter ihren Augen noch immer die ungeweinten Tränen stecken
00:14:54: die Tränen vom Kindergarten, vom Spielplatz und von der fehlenden Begrüßung daheim.
00:15:02: Und genau hier passiert oft das Missverständnis.
00:15:07: Wir sehen das Verhalten.
00:15:10: Das Verhalten ist laut, unübersehbar, aber wir übersehen den Schmerz darunter.
00:15:18: An Laras Geschichte sehen wir ganz wunderbar, dass wenn Frustration sich anstaut, vielleicht weil keine Begleitung für Tränen da ist, Wenn es kein Ventil gibt und das Kind sich zusammenreißt, steigt der innere Druck an.
00:15:35: Und nichts bietet sich dann mehr an, als ein Geschwisterkind.
00:15:40: Oder ein Haustier.
00:15:41: Zack!
00:15:42: Eine Wiesebemerkung.
00:15:43: Zack!
00:15:43: Ein Tritt dort.
00:15:46: Nicht immer.
00:15:47: Wenn Geschwister einander wehtun, haben wir es wirklich mit Eifersucht zu tun.
00:15:51: Manchmal steckt dahinter auch einfach angestaute Frustration.
00:15:58: Wenn dich das Thema angestaute Frustration noch näher interessiert, ab Folge elf findest du hier im Podcast eine kleine Serie von mehreren Folgen über Wutausbrüche und Aggression.
00:16:10: Am besten hörst du sie chronologisch, weil sie bauen alle aufeinander auf.
00:16:16: Die Geschwister bieten sich wunderbar an als Ventil für Frustration, aber Frustration, die sich gegen Schwächere richtet, das kann genauso auch das Haustier sein, der Hund beispielsweise, die Katze.
00:16:28: Ich erinnere mich noch, als wäre es gestern gewesen, eine Mama, die 2022 zum ersten Mal beim Programm dabei war.
00:16:34: Und für sie war es furchtbar, dass ihr Sohn immer wieder auf den Hund losgegangen ist.
00:16:39: Es triggert mich so stark, dass ich wirklich nicht mehr Herrin meiner Sinne war und es sich nach Kontrollverlust anfühlte.
00:16:47: Schrieb sie im Nachhinein rückblickend.
00:16:51: Ich hab sie dann gefragt, was ihr rückblickend geholfen hat.
00:16:55: Und sie hat beschrieben, dass sie vermehrte Bindungsspiele gespielt und dass sie gelernt hat Frustration und Panzerung, also dann, wenn die Gefühle einfrieren, im Kind, frühzeitig zu erkennen.
00:17:05: Es gab Dinge im Leben ihres Sohnes, die sie selbst nie mit Frustration in Verbindung gebracht hätte, aber diese wohl zu angestauchten Frustrationen geführt haben und die sich dann eben ein Ventil gesucht haben.
00:17:18: Und sie hat natürlich auch ihren Sohn in die Pflege vom Hund vermehrt eingebunden, ihn Futter bereit machen lassen.
00:17:25: Ihm geholfen, wie er dem Hund Leckerli geben kann, und so weiter, um da einfach seine Fürsorge zu wecken und seine Möglichkeit in begrenztem Rahmen Verantwortung zu übernehmen.
00:17:38: Es gibt mittlerweile nur noch selten solche Situationen, aber wenn er heute frustriert sei und sie es nicht rechtzeitig merke, sei immer noch der Hund sein Ventil.
00:17:53: Ja, die Haustiere und die Geschwister
00:17:55: bieten sich einfach wunderbar an.
00:17:58: Und entsprechend braucht es hier unbedingt unsere Begleitung und unseren Schutz.
00:18:04: Wie wir Kinder
00:18:04: ganz konkret Begleiten bei Aggression, in welcher Form auch immer diese sich ausdrückt, wird übrigens ganz ausführlich Thema sein im Programm.
00:18:14: Sprich Anzeichen, rechtzeitig erkennen, alternative Ventile anbieten und natürlich wieder zurück zu den verloren gegangenen Tränen finden.
00:18:25: Für heute ist wichtig, nicht alles, was nach Eifersucht aussieht, ist auch wirklich Eifersucht.
00:18:33: Lass uns zum Abschluss nochmal das Wichtigste dieser Folge zusammenfassen.
00:18:37: Bindung ist das allerhöchste Bedürfnis unserer Kinder und entsprechend heftig fällt die Reaktion aus, wenn ein Kind Angst hat, Mamas oder Papas Liebe zu verlieren.
00:18:48: Kinder können das in den meisten Fällen nicht sagen, wir können es aber an ihrem Verhalten ablesen.
00:18:54: Wir werden in den nächsten beiden Folgen darüber sprechen, wie du dafür sorgen kannst, dass deine Zuneigung auch wirklich bei deinem Kind ankommt und wie es nicht länger das Gefühl zu haben braucht, zu kurz zu kommen.
00:19:06: Und ganz wichtig ist zu unterscheiden, nicht alles, was nach Eifersucht aussieht, ist auch Eifersucht.
00:19:13: Oft nutzen Kinder das Geschwisterchen auch als Ventil für angestaute Frustration, die sie womöglich in ganz anderem Zusammenhang erlebt haben.
00:19:23: In der nächsten Folge geht es nicht darum, den Streit zu stoppen, sondern darum, warum Kinder überhaupt anfangen zu zählen, zu vergleichen, zu kämpfen.
00:19:31: Wer hat mehr?
00:19:33: Das ist unfair.
00:19:34: Ich will aber zuerst.
00:19:36: Und was das eigentlich mit uns Eltern zu tun hat.
00:19:40: Ich freue mich, wenn du nächste Woche wieder dabei bist.
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