#22 Erschöpfung – wenn „Bedürfnisse erfüllen“ zum Hamsterrad wird

Shownotes

Eltern sind immer am erklären. Noch mehr geben. Begleiten. Hinterherrennen.

Und irgendwann merken sie. Es hört nie auf.

Und genau hier beginnt das Thema dieser Folge. Erschöpfung

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00:00:09: Hallo und ganz herzlich willkommen zum Podcast Kleine Herzen, große Verbindung dem Podcast für Eltern die weniger schimpfen und mehr staunen wollen.

00:00:21: In der letzten Serie ging es um Eifersucht und um dieses Gefühl von ich bekomme nicht genug!

00:00:28: Vielleicht erinnerst du dich an die Frage warum scheint es manchmal als würde ein Kind egal wie viel wir geben immer noch mehr brauchen?

00:00:39: Mehr Nähe, mehr Bestätigung, mehr Sicherheit.

00:00:43: Und vielleicht hast du beim Zuhören gemerkt das es nicht nur ein Thema vom Kind weil wenn ein Kind scheinbar nie genug bekommt geraten Eltern ganz schnell in ein "Dauerfunktionieren". Immer am Erklären noch mehr geben, begleiten, hinterherrennen und irgendwann merken sie "Es hört nie auf"!

00:01:03: Und genau hier beginnt das Thema dieser Folge Erschöpfung.

00:01:09: Eltern sein ist manchmal furchtbar viel.

00:01:14: Eltern geben viel Nähe, viel Liebe, tragen eine große Verantwortung, ertragen ständigen Lärm.

00:01:22: So viele kleine Hände, so viele hartnäckige Warum-Fragen die immer in dem Moment ganz wichtig sind?

00:01:30: So intensive Gefühle und manchmal ist es einfach zuviel!

00:01:37: Zu viele Bedürfnisse auf einmal, zu viele Entscheidungen.

00:01:40: Zu wenig Schlaf!

00:01:42: Zu wenig Raum für dich!

00:01:44: Wir wollen es ja richtig machen.

00:01:47: Wir wollen ja begleiten anstatt bestrafen.

00:01:50: Erklären Anstatt anschreien Verstehen und nicht verurteilen.

00:01:55: Wir möchten immer gerecht sein, geduldig, bindungsorientiert und plötzlich merken wir wie viel Kraft das alles kostet.

00:02:06: Wir reagieren, erklären, entscheiden und halten den ganzen Tag.

00:02:10: Und ohne es zu merken geraten wir in ein Hamsterrad!

00:02:15: Weil es enorm viel Energie braucht auf jedes scheinbare Bedürfnis sofort einzugehen.

00:02:22: Und irgendwann ist er Akku leer, weil wir Menschen sind und keine Maschinen.

00:02:29: Was passiert wenn dieses dauerfunktionieren anhält?

00:02:34: Dann kommt sie die Erschöpfung.

00:02:36: Nicht nur ich bin heute müde, sondern eine tiefe anhaltende Erschöpfung.

00:02:44: Eine innere Lehre das Gefühl ständig auf Empfang zu sein aber nie wirklich auftanken zu können und zur Ruhe zu kommen.

00:02:53: Ständig will jemand etwas von mir, ständig klebt jemand an mich, ständig ruft jemand.

00:02:59: Frustration darüber dass es trotz allem bemühen Nicht leichter wird.

00:03:05: Irgendwie nicht machbar scheint, dass sein Kind immer noch mehr fordert und nicht einfacher wird!

00:03:11: Und dann schleichen sich Gedanken ein wie... Ich schaffe es einfach nicht.

00:03:16: Andere kriegen das doch auch hin?

00:03:19: Vielleicht bin ich einfach nicht gemacht fürs Mama sein – und womöglich auch….

00:03:25: Ich kann einfach nicht mehr.

00:03:27: An diesem Punkt beginnt für viele Eltern etwas Tragisches.

00:03:32: Eltern sind nämlich bereit alles zu geben und noch viel, viel mehr.

00:03:36: Und es wächst dann der innere Druck, noch mehr zu geben!

00:03:42: Noch geduldiger zu sein, noch verständnisvoller, noch konsequenter, noch perfekter – obwohl es längst schon zuviel ist.

00:03:51: Und hier möchte ich heute etwas ganz Wichtiges sagen.

00:03:55: Erschöpfung ist kein Versagen.

00:03:58: Kein Beweis dafür Dass du zu wenig liebst.

00:04:01: Kein Zeichen dafür, dass dir Bindung nicht wichtig genug wäre, dass du nicht genug gegeben hast und ganz sicher kein Beweis dafür, das du eine schlechte Mama bist!

00:04:12: An dieser Stelle einen kleinen aber sehr wichtigen Disclaimer... Erschöpfung hat viele Gesichter.

00:04:20: Nicht jede Erschöpfung ist nur ein Alltagsthema ein Beziehungs- und Erziehungsthema.

00:04:25: Wenn du dich dauerhaft leer fühlst, wenn dein Körper nicht mehr mitmacht oder dunkle Gedanken Raum bekommen dann hol dir unbedingt medizinische Unterstützung.

00:04:34: Diese Folge ersetzt keine Therapie.

00:04:37: Sie soll entlasten und Möglichkeiten aufzeigen aber sie ersetzt keine professionelle Begleitung.

00:04:43: Und gleichzeitig gibt es diese andere Form von Erschöpfung die alltägliche die die entsteht wenn wir ständig reagieren ständig erklären, tragen und halten.

00:04:54: Und diese Erschöpfung von Eltern ist ein möglicher Hinweis darauf, dass etwas gerade nicht mehr im Gleichgewicht ist.

00:05:03: Ein Hinweis darauf das noch mehr machen jetzt nicht die Lösung ist und dass es etwas anderes braucht!

00:05:11: Vielleicht geht es jetzt nicht darum, noch geduldiger zu sein, noch präsenter, noch liebevoller?

00:05:16: Vielleicht geht's darum tiefer zu verstehen, nicht noch mehr zu tun sondern klarer zu sehen.

00:05:25: Erschöpfung kann uns zeigen, dass es sich lohnt an der Wurzel zu arbeiten und genau da wollen wir heute ansetzen.

00:05:35: Vielleicht liegt die Erschöpfung daran, das wir ohne es zu merken auf der falschen Ebene reagieren?

00:05:42: Nicht jedes noch so laut geäußerte Bedürfnis ist ein echtes Bedürftnis!

00:05:47: Nicht jede Forderung muss sofort erfüllt werden nicht jedes

00:05:50: "ich will" erzählt die ganze Geschichte.

00:05:54: oft liegt hinter dem Wunsch nach noch einem Eis, noch einer Geschichte, noch fünf Minuten.

00:06:01: Etwas ganz anderes!

00:06:04: Wenn wir nur auf das offensichtliche und laute reagieren, reagieren wir oberflächlich auf die Symptome.

00:06:12: Die Wurzel finden wir wenn wir tiefer schauen – und genau dort beginnt echte Führung.

00:06:20: Was verändert sich, wenn wir nicht nur das Verhalten sehen, sondern die Tiefe dahinter?

00:06:25: Wenn Grundbedürfnisse wirklich genährt werden, kämpfen Kinder weniger.

00:06:32: Nicht weil sie sich plötzlich anstrengend angepasst zu sein, sondern weil sie wirklich zur Ruhe kommen!

00:06:38: Sie müssen nicht mehr so laut werden um gehört zu werden.

00:06:42: Sie hören wieder zu, anstatt immer das Gegenteil zu machen und wir Eltern anstatt zu funktionieren, führen wir mehr.

00:06:53: Das braucht sehr viel weniger Kraft!

00:06:55: Wir reagieren nicht nur, sondern geben Orientierung.

00:07:00: Der Bindungstanz wird ruhiger, sicherer. Es gibt mehr Klarheit im Alltag und mehr innere Stabilität.

00:07:09: Ich habe es schon bei Hunderten von Eltern erlebt dass Erschöpfung kleiner wird wenn sie klarer sehen und die Ohnmacht weniger wird.

00:07:19: Ist dann alles easy peasy?

00:07:20: Nein, überhaupt nicht.

00:07:22: Wir leben in einer Gesellschaft, in der die meisten Familien kein tragendes und unterstützendes Bindungsdorf haben – das ist nicht artgerecht!

00:07:31: Das bleibt anstrengend.

00:07:33: Aber wenn wir aufhören gegen Symptome zu kämpfen können wir unsere Kräfte auf das wirklich wichtige Bündeln.

00:07:42: Auf einen Alltag, in dem die Verbindung trägt... ...und nicht unsere Daueranspannung.

00:07:50: Dabei geht es nicht um Perfektion, es geht um eine innere Orientierung und Sicherheit.

00:07:57: Und weil Hintergrundwissen und Verstehen wichtig ist aber echte Erfahrungen das sind was uns wirklich bewegt.

00:08:05: Genau deshalb möchte ich dir heute Brittas ganz persönliche Geschichte erzählen.

00:08:11: Viele Eltern wollen heutzutage ja bedürfnisorientiert erziehen.

00:08:15: Vielleicht bist du auch so geprägt.

00:08:17: Sie wollen die Bedürfnisse ihrer Kinder sehen und auch ihre eigene.

00:08:22: Und das ist wunderbar, an sich!

00:08:25: Dann sitzen sie irgendwann erschöpft auf dem Sofa und fragen sich leise, ich kümmere mich um die Bedirfnisse des Kindes?

00:08:34: Aber was ist mit meinen

00:08:35: Bedürfnissen?!

00:08:36: Warum fühlt sich das alles wie ein Hamsterrad an?

00:08:40: Genau diese Frage hat sich vor einiger Zeit auch eine Mama gestellt – es hat alles gegeben.

00:08:46: Und irgendwann Hat sie sich erschöpft gefragt

00:08:48: "ist die bedürfnisorientierte Erziehung vielleicht zum Scheitern verurteilt?"

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