#23 Ist bedürfnisorientierte Erziehung zum Scheitern verurteilt? Brittas ehrliche Geschichte

Shownotes

Reine Bedürfnisstillung reicht nicht – das hat Britta beobachtet.

Wenn ich nur reagiere, wenn ich nur erfülle, wenn ich warte, bis mein Kind fordert,

dann entsteht keine Ruhe. Dann bleibt es ein Kampf.

Im Gespräch teilt Britta ihre Beobachtungen, ihre Zweifel und ihre Wünsche und spricht über den Weg, den sie gefunden hat, sich selbst nicht zu verlieren.

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00:00:19: Sie wollte es richtig machen, bedürfnisorientiert, liebevoll verbunden.

00:00:24: Und dann ist der Baby älter geworden und sie hat angefangen Dinge über die Autonomiephase zu lesen.

00:00:30: Sie hat Posts von Eltern mit älteren Kindern gelesen über viel Anstrengung, viel Widerstand, viel Kampf – das ist zwar nett, die sogenannte Trotzphase jetzt Autonomiephase zu nennen aber es klingt trotz allem noch nach sehr viel Kampf und viel Anstrengung!

00:00:46: Und irgendwann stand diese Frage im Raum Gibt es überhaupt einen Weg, der nicht im Kampf endet?

00:00:52: Und ganz ehrlich – darauf hatte sie keine Lust.

00:00:56: Ich will nicht nur im Machtkampf sein!

00:00:58: Sie wollte keine Härte, kein Schreien

00:01:00: lassen,

00:01:01: kein.

00:01:01: Du musst jetzt aber funktionieren… Aber sie wollte auch sich selbst nicht verlieren.

00:01:06: Wo bin ich denn als Mutter mit meinen

00:01:08: Bedürfnissen?!

00:01:10: Es ist natürlich schön dass die Bedürfsnisorientierung sagt, deine Bedürfnisse zählen auch, aber wie denn konkret?

00:01:17: Wie soll das gehen, wenn es sich am Ende doch wie ein großer Machtkampf anfühlt?

00:01:22: Wie kann ich Mama sein ohne mich selbst zu verlieren und ohne gegen mein Kind zu kämpfen?

00:01:28: Genau an diesem Punkt stand Britta.

00:01:32: Und genau darüber sprechen wir jetzt!

00:01:35: Wir sind live und freuen uns euch die Mittagspause zu verbringen.

00:01:39: Ich hoffe ihr habt alle Tee oder Kaffee oder irgendwas sonst gemütliches vorbereitet.

00:01:44: Die Gefahren und Stolperfallen der bedürfnisorientierten Erziehung.

00:01:49: Das ist unser Thema, die große Frage ist die Bedürfnisse orientierte Erziehungen zum Scheitern verurteilt?

00:01:54: Das hast du

00:01:54: dich gefragt

00:01:55: von einen halben Jahren, Britta!

00:01:57: Super

00:01:58: schön

00:01:58: dass du heute hier bist und uns erzählst von deinem Weg an einem ganz persönlichen Weg mit der bedürfnisorientierten Erziehung und allem was danach noch gekommen ist.

00:02:08: Bevor du uns erzählt, Brita, was Du für Erfahrungen gemacht hast mit der sogenannten bedürfnisorientierten Erziehung.

00:02:14: Ja, es gibt ja nicht einfach die Bedürfnisse orientierte Erziehungen.

00:02:16: Wir haben so verschiedene Assoziationen damit und das meint auch jeder ein bisschen was anderes.

00:02:20: Es geht jetzt auch nicht um Wortklauberei heute sondern um deine persönliche Erfahrung.

00:02:25: Britta!

00:02:26: Danke, dass du dir Zeit nimmst,

00:02:27: um uns von deiner

00:02:28: Geschichte

00:02:29: zu erzählen deinen Erfahrungen.

00:02:31: Deine Tochter ist jetzt drei.

00:02:33: Und du hast sie von Anfang an

00:02:35: Bedürfnisorientiert begleitet?

00:02:37: Ist das so?

00:02:38: Ja also ich bin

00:02:39: dazu gekommen.

00:02:41: Ich muss dazu sagen, ich bin so ein Mensch der sich immer weit im Vorfeld schon mit den Themen auseinandersetzt.

00:02:46: Und ich habe mich mit der Bedürfnisorientierung schon auseinandergesetzt bevor ich überhaupt schwanger wurde und brauchte das auch irgendwie um meine inneren... Sorgen und Nöte, was die Elternschaft

00:02:56: und Mutterschaft angeht abzubauen.

00:02:58: Bin auch so ein bisschen in der Unerzogen-Ecke rumgefleucht um diese ganze gesellschaftliche Bild, das wir von Kindern haben.

00:03:04: Die müssen das lernen!

00:03:05: Wir müssen denen das alles... die müssen funktionieren lernen und so.

00:03:09: Und habe ich immer gedacht, nee also das fühlt sich nicht gut an?

00:03:11: Dann krieg' ich lieber kein Kind wenn man das so machen muss.

00:03:13: Das ist

00:03:14: ja härter,

00:03:15: ne?

00:03:16: Ja.

00:03:16: Das ist so ein leeres Gefäß und man muss alles reinfüllen.

00:03:19: Und dann den Wechsel in die andere Perspektive, das habe ich alles im vorheriger innere Arbeit gebraucht um mich überhaupt pro Elternschaft und pro Mutterschaft entscheiden zu können.

00:03:29: Das heißt ja Bedürfnisorientierung war von Anfang an präsent für mich und auch dann präsend für meinen Mann,

00:03:34: weil ich bei ganz vielen Sachen gesagt hab Mach ich so, da gibt's keine Diskussion.

00:03:38: Wir haben das Familienbett, ich leg mein Kind nicht woanders hin.

00:03:41: Ich trag sie ... Gut, wir haben noch zwei Hunde, da war es notwendig, dass ich Hände frei hatte.

00:03:46: Aber trotzdem war für mich so logisch und so klar, dass diese Bedürfnisse eines kleinen Babys absolute Priorität haben.

00:03:54: Und gleichzeitig war ich aber innerlich auch immer ein bisschen auf der Suche, wo bringt mich das hin?

00:03:59: Wie geht der Weg weiter?

00:04:01: Da sind die sozialen Medien ja schon auch ein Ort, wo man in Kontakt kommt mit Menschen, die diesen Weg schon gegangen sind.

00:04:07: Was immer im direkten Umfeld jetzt gar nicht so präsent war.

00:04:10: Da ist man schon bisschen der Exot, der immer noch mit der Trage rum läuft.

00:04:15: Also, das war schon ein bisschen schwierig manchmal.

00:04:17: Die Mama ist die bekannt sind im Dorf, gell?

00:04:19: Genau.

00:04:20: und dann so, ah okay, schläfst du denn schon durch... also die üblichen Fragen und online habe ich dann aber durch die diversen Gruppen natürlich auch irgendwie mitlesen können wie es in Familien läuft bei denen die Kinder vier fünf sechs sieben sind.

00:04:36: Und hab da natürlich auch immer gedacht ok wo geht denn die Reise hin?

00:04:40: Das hat mich,

00:04:41: na wa Luisa, ein gutes Jahr hat mich das angefangen, ein bisschen stutzig zu machen.

00:04:47: Weil ich gefühlt also sehr viele Posts gelesen hab die sehr nach Anstrengung klagen und sehr nach Kampf und sehr noch.

00:04:56: wir sind so im Widerstand.

00:04:57: Das Kind ist irgendwie laufend in Widerstand Und natürlich ist dann schon klar es geht nicht um eine Trotzphase sondern an der Autonomiephase.

00:05:05: Es ist ja schon ein anderes Gefühl.

00:05:06: aber trotzdem habe ich mir immer gedacht es scheint da keinen Weg durchzugeben der nicht den Kampf.

00:05:12: Also selbst wenn ich das wertschätze, dass das Kind Autonomie entwickeln möchte ist es trotzdem Kampf.

00:05:17: Und das fühlte sich so als Außenstehende.

00:05:19: Da dachte ich immer so, hoa!

00:05:20: Es ist jetzt nicht was worauf ich hinfiebere.

00:05:24: Da hatte ich einfach im Kopf dieses Wir sind noch in einem Zustand mit einem Jahr einen halb Jahren wo gefühlt die Bedürfnisorientierung uns sehr gut begleitet hat.

00:05:36: aber schon dieser kleine Blick hin zu einem dreijährigen zeigt ihm ja immer so

00:05:44: Was

00:05:44: kommt da?

00:05:47: Das will ich eigentlich nicht.

00:05:48: Ich will nicht nur im Machtkampf sein, aber auch nicht alles zurückstellen und offensichtlich scheint es nicht alleine die Lösung zu sein einfach nur Bedürfnisse zu erfüllen.

00:06:02: Das war so.

00:06:02: die Frage, wenn das die Bedürfnisorientierung eigentlich das ist was sie voran stellt.

00:06:08: Wir kümmern uns um die Bedürfnisse aber es endet darin dass es ein Machtkampf wird.

00:06:13: wo bin ich dann als Mutter und wo ist dann auch mein Kind?

00:06:16: also wenn es in einem Machtkampf endet hat sich für mich einfach nicht ständig angefühlt und ich wusste aber auch nicht klar als Außenstehende was damit tun Weil dabei

00:06:26: ist sich die Katze ja dann in Schwanz.

00:06:28: Also du wolltest nicht diese Härte, du wollest nicht diese strenge Erziehung.

00:06:32: Man kann es kaum glauben aber immer noch sehr verbreitet ist.

00:06:35: Ja Schlaf, Trainings, kenneschreihen lassen, bitte nach der Uhr... war das alles auch schon bei kleinen Babys?

00:06:43: Die tanzen nur auf den Nasen rum mit so einem kleinen Baby!

00:06:46: Wolltest du nicht?

00:06:47: Und dann hast du aber beobachtet, da ist eine große Hänflosigkeit.

00:06:50: Das ist einfach das, was du wahrgenommen hast und was dir aufgefeindet, was dir auch irgendwie Säugen gemacht hat.

00:06:55: Da gibt es eine gewisse Radlosigkeit.

00:06:58: Wenn das in einem Machtkampf endet... Also einerseits eine tiefen Erschöpfung, andererseits wirklich so in deinem täglichen Kampf ... Dann ist es ja genau das, dass du nicht wolltest!

00:07:09: Der Zug kann natürlich auch der Aspekt.

00:07:11: Ich glaube nach wie vor, es ist wichtig, dass man als Mutter eines jungen Babys auch natürlich sich viel hinten anstellt.

00:07:18: Also es geht gar nicht anders und trotzdem war ich dann so.

00:07:22: gerade in dem ersten Jahr war ich echt erschöpft, also ich war auch wirklich nach einem Jahr nach anderthalb.

00:07:27: wir haben hier keinen Bindungsdorf keine Großeltern die uns wirklich unterstützen können alleine.

00:07:33: klar mein Mann arbeitet.

00:07:35: aber und dann ist es natürlich schön dass die Bedürfnisorientierung sagt deine bedürfnisse zählen Wo haben die Raum, wenn auf der anderen Seite ein kleiner Mensch ist?

00:07:48: Dann sind wir wieder in einer Kampfsituation und um meine Bedürfnisse zu stillen muss ich dann eigentlich wieder zur Härte greifen.

00:07:56: Das ist ein Machtkampf um den Raum für die eigenen Bedürfnisse so.

00:08:00: Und das habe ich mit einem halb schon gemerkt, dass ich gemerkt hab, okay, ich muss auch wirklich lernen, auf mich zu schauen Und mit dem, was ich bis dahin an der Hand hatte – an Konzepten oder auch an Verständnis vor allem.

00:08:12: Also eigentlich war es das Verständnis, da bin ich nicht weitergekommen.

00:08:16: Habe ich nicht das Gefühl gehabt, dass ich gewappnet bin für diesen nächsten großen Entwicklungsschritt hin in die Autonomiephase, hin in noch mehr Entwicklung von so einem kleinen Menschen

00:08:27: und hin dazu, dass dein Kind versorgt ist, geborgen ist, dass ihr gut geht, an nichts fehlt?

00:08:35: Und du gleichzeitig aber auch Raum für dich hast und das nicht so ein ständiges Vordenwirt vom Kind.

00:08:42: Das beobachte

00:08:43: ich

00:08:43: ganz oft, dass die Kinder dann so fordernd werden... ...und es ist ja nicht dürfen wir den Kindern zum Vorwurf machen sondern sie fühlen sich verantwortlich dafür zu sorgen als jemand für sie sollt und sie brauchen immer mehr!

00:08:56: Da höre ich dann oft Mamas, die sagen, jetzt habe ich doch schon so viel gemacht.

00:09:00: Dann höre Ich oft Eltern, die sagten, jetzt hab' ich lange gestillt Jetzt darf man jede Nacht bei mir schlafen.

00:09:06: Ich trage es bis heute noch und trotzdem ist das nie zufrieden, es reicht

00:09:10: nie!

00:09:11: Das

00:09:12: gibt eine unglaublich große Ohnmacht, eine unglaubliche große Verzweiflung und Gefühl von was mache ich denn falsch?

00:09:18: Jetzt habe ich so viel gegeben und es reicht trotzdem nicht mehr, kann ich nicht mehr.

00:09:22: Und das ist ja alles ganz wertvoll, sagst du auch, das hat euch geprägt als Familie.

00:09:26: Es war wichtig und ist richtig, dass wir unsere Kinder, Katja, das gestern im Intro in der Löwenmama und Papahelden Community so schön gesagt.

00:09:33: Die Kinder sind neun Monate im Bauch und neun Monate sind sie auf unserem Bauch.

00:09:37: Das ist unsere Schwangerschaft, ja die ist eigentlich achtzehn Monate mindestens.

00:09:41: das ist hier alles absolut richtig.

00:09:44: nur wie geht es dann

00:09:44: weiter?

00:09:46: Und ich hatte wirklich auch... Ja ich hatte genau dieses Gefühl.

00:09:49: mir fehlt zu einem Puzzleteil in Verständnis.

00:09:52: was passiert da wirklich mit meinem Kind um?

00:09:54: was braucht es wirklich jenseits von reiner Bedürfnisbefriedigung?

00:10:00: Was ist das Puzzleteil, was fehlt?

00:10:03: Dass mein Kind auch zur Ruhe kommen kann in unserer Familie, in seinem Leben.

00:10:09: Und da konnte ich damals überhaupt gar nicht in Worte greifen.

00:10:13: Ich hatte nur das Gefühl, da fehlt dieses eine Puzzle-Teil und damals kam ja dann wirklich das Programm mir vor die Füße gefallen ohne dass sich ein wirkliches Gefühl dafür hatte aus welcher Richtung du kommst und was dieses Puzzles sein könnte.

00:10:25: aber allein der Titel... kleine Abenteurer liebevoll begleiten.

00:10:29: Das ging mir das Herz auch.

00:10:31: Ich dachte, ja, es trifft auf den Punkt.

00:10:35: Es geht darum, liebevoll zu bleiben aber diese Charakterstärke zu sehen.

00:10:40: Aber es geht um eine Form von Begleitung und da wurde mir so klar... Und das ist meiner Meinung nach wirklich der Manko in der Bedürfnisorientierung.

00:10:49: Es wird zwar von Bindung gesprochen das Konzept wirklich.

00:10:56: Was braucht denn Bindung, damit sie wachsen kann?

00:10:59: Was braucht dann das Kind, damit es überhaupt eine Bindung aufbauen kann und zwar jetzt nicht der Säugling, der die Bindung viel über Körper nähe entwickeln kann sondern das Kleinkind?

00:11:11: Was kommt danach?

00:11:12: Wie kann diese Bindung dann wachsen?

00:11:15: was ist es denn wirklich

00:11:17: Und zwar so wachsen, dass das Kind zur Ruhe kommt.

00:11:20: Dass es loslassen kann und weiß ... Ach, ist alles gut!

00:11:23: Also im Prinzip wie das kleine Baby ja?

00:11:25: Im Prinzip

00:11:26: geht's sogar um eine Fortsetzung von meiner Vorstellung von Bedürfnisorientierung nämlich, dass dieses kleine Baby zur Welt kommt auch außerhalb vom Bauch die Welt als geborgen und sicher erlebt.

00:11:38: Das ist am Anfang an der Brust bei uns in Erträge, bei uns schlafen.

00:11:43: Ja, das hat ganz viel mit körperlichen Nähe zu tun Und das ein und zwei-und dreijährige braucht ja diese Sicherheit noch genau.

00:11:51: So nur ist die Frage, wie?

00:11:53: Wie kommt es dann auch zur Ruhe und weiß... Ah!

00:11:56: Da ist Papa da ist Mama, als engen Mensch kann er auch die Oma sein, die Erzieherin.

00:12:02: Passend Mensch, das sollt für mich hier bin ich sicher.

00:12:04: Hier geht's mir gut her.

00:12:05: Kann nicht spielen, die Welt entdecken.

00:12:07: Da kann ich kleiner Abenteurer sein, ja?

00:12:10: Das ist

00:12:10: anders.

00:12:10: Es ist anders wenn die Kinder schon bisschen älter sind als erst Säuglinge.

00:12:15: Du hattest

00:12:16: das Gefühl,

00:12:16: dass da ein Puzzleteil fehlt.

00:12:18: Und dann

00:12:18: hast du vom Programm erfahren?

00:12:20: Was war da so dein Wunsch, deine Erwartung ans Programm?

00:12:24: Was hast du erwartet?

00:12:25: Ich war total offen im Hinblick auf... ich bin gespannt was es da draußen noch gibt!

00:12:30: Ich bin einfach gespannt, was mir ...was ich noch lernen darf beim Thema Elternsein und Muttersein und meine Hoffnung dahinter war zu verstehen in welche Rolle ich reinwachsen darf.

00:12:43: Also mir war irgendwie schon klar dass auch für mich ein Entwicklungsschritt bedeutet.

00:12:48: Dass da was ansteht, was ich halt jetzt überhaupt noch nicht auf dem Schirm habe – ja und das hat das Programm angestoßen!

00:12:54: Also es hat einfach das Programm des Verständnisses dafür, dass sich das Kind nur fallen lassen kann wenn da ein stabiler Anker ist, wenn da jemand ist der diese Sicherheit auch im täglichen Tun, im Detail nicht nur in der Theorie sondern im täglichen Beisammensein mit dem Kind vermitteln kann.

00:13:12: Und dann dachte ich, okay das ist jetzt meine Aufgabe da reinzuwachsen.

00:13:16: Ich bin gestartet bei Thema Unerzogen und dann einfach zu merken... Ich habe so die mit dem kleinen Kind natürlich, ne?

00:13:23: Das war alles reine Bedürfnisorientierung.

00:13:25: aber trotzdem in meinem inhaltlichen so im Kopf schwebt natürlich dieses man kann den Kindern einfach alle allen Freiraum geben und dann nehmen sie sich was sie brauchen und ein Teil davon ist natürlich auch richtig und wichtig.

00:13:39: nur ohne den Aspekt!

00:13:41: Ja, das Leitwolfs seins

00:13:42: Ohne den Aspekt dass da jemand sein muss der zeigt wie es in der Welt funktioniert und er den Raum für die Freiheiten hält nicht einfach nur die freiheiten gibt geht's dann auch wieder nicht!

00:13:53: Das hat bei mir wirklich das Programm angestoßen.

00:13:55: was ich verstanden habe nur die Bedürfnisse nur auf die eine Seite alles auf des Kind umzuladen letzten Endes auch und so sagen du weißt doch am besten Dann sagst wir Das ist ja das, wo man dann schnell landet und das Kind sagt natürlich was.

00:14:11: Aber es führt eben nicht dazu dass es zur Ruhe kommt und loslassen kann sondern das ist unsere Ausgabe dafür zu sorgen.

00:14:18: Es ist so krass weil es so gut gemeint ist und es ist die beste Absicht dahinter Und das ist ja auch ein Teil davon wahr.

00:14:26: aber es ist eine komplett anderer Bindungstanz ob du in der Rolle als Leitwolf bist dass ich verantwortlich fühlt der voll vorausgeht der das ganze überblickt und der die Verantwortung übernimmt, als wenn wir einfach darauf warten dass das Kind etwas fordert.

00:14:43: Das ist die Frage aktiv-reaktiv also was mir das Programm wirklich gezeigt hat und was ich ja auch seitdem

00:14:49: lernen

00:14:50: darf.

00:14:50: es ist ja im Prozess also das Kind entwickelt sich weiter aber immer wieder zu lernen in dieser Rolle zu sein und voran zu gehen und eben nicht die Verantwortung eines kind abzugeben.

00:15:00: und ich glaube das ist das ist was wie er in unserer Gesellschaft

00:15:04: Also das ist wie ein bisschen der andere Ausschlag.

00:15:06: Wir haben immer noch sehr viel Härte und sehr viel Manipulation in vielen Familien, und es muss funktionieren.

00:15:12: Und auf der anderen Seite sehr viel die Übergebung eines Kindes – und das Kind ist aber auch überfordert!

00:15:19: komplett überfordert?

00:15:20: Das ist das andere extrem.

00:15:22: Wenn wir die Verantwortung nicht tragen, wie soll denn das Kind die Verantwortung tragen können, das kann gar nicht aufgehen.

00:15:27: Zippora hat es heute so treffend geschrieben, dass sie lange den Unterschied zwischen bedürfnisorientiert und bindungsorientiert so nicht verstanden hat für sich.

00:15:36: Und das sie geglaubt hat, dass ihr Kind seine Bedürfnisse ja selber am besten kennt!

00:15:41: Ja?

00:15:41: Ich finde es ist so wichtig, dass wir verstehen, dass wir ein Grundverständnis haben, dass die Experten werden für unsere Kinder einen Grundverständnis haben dafür was sie in der Tiefe brauchen und dann ist es zweitranig wie wir dann ganz konkrete Sachen im Alltag gestalten.

00:15:57: Ja, da ist dann oft ganz viel Spielraum und auch wieder Raum für Mama und Papa und ihre Bedürfnisse.

00:16:03: Katrin hat gestern so schön gesagt, dass sie seit sie in die Bindungsspiele integriert hat, dass jetzt plötzlich das die Kinder zufrieden sind.

00:16:09: also so bindungssatt sage ich dem oft.

00:16:11: ja Sie kommen zur Ruhe und jetzt hat sie wieder Freiraum für sich.

00:16:15: Ich hatte Gänsehaut, als ich es gelesen habe, aber es hat mich so gefreut.

00:16:17: Es ist genau meine Erfahrung das wenn wir unsere Kinder

00:16:20: mit dem

00:16:20: versorgen was sie wirklich in der Tiefe brauchen dann gibt es eine gewisse Flexibilität.

00:16:26: Was für dich ist so ein wichtiges Puzzleteil dazugekommen, Britta?

00:16:29: Was hat sich... Kann du das beschreiben was ich persönlich in deine Perspektive in deinem Erleben verändert habe.

00:16:36: Ja also spannenderweise wäre es genau das was du gerade gesagt hast einfach mein Kind zu sehen.

00:16:41: Nein nein alles gut weil mein Kind zusehen und zu verstehen Es kann grad nicht anders.

00:16:47: Also, wir sind zum Beispiel verabredet.

00:16:48: Zum Spielen und es ist eine Riesenfreude, dass wir das Kind treffen.

00:16:52: Wir sind Fan von kleineren Treffen.

00:16:54: Wir haben nicht in den großen Runden.

00:16:56: Das ist ja oft zu viel aber in den kleinen Runden und da ist noch Riesenfreude.

00:17:00: Und dann in einem solchen Kindes nach einer Minute... ...und es ist plötzlich

00:17:05: Frust da!

00:17:06: Dann wäre ich früher mit meinem alten Bild, hätte ich gedacht oh Gott okay, das war nix, wir gehen nach Hause.

00:17:11: Das dreh' ich mal ab und der hat doch keine Lust.

00:17:14: und dann machen wir jetzt was anderes.

00:17:15: Aber zu verstehen, wie das Gehirn eines Kleinkindes funktioniert.

00:17:19: Und dass jetzt gerade der Frust da ist und danach wieder die Freude da ist... ...und wieder der Frust und wieder die Freude!

00:17:25: und nichts davon sich gegen mich oder gegen das andere Kind richtet sind gerade die Gefühle, die einfach nur im Wechsel hin- und her switchen.

00:17:35: Nicht gegen die Situation?

00:17:36: Ist es nicht falsch dort?

00:17:37: Es ist nicht falsch dorthin.

00:17:39: Genau aber ich weiß jetzt, wie's begleiten kann.

00:17:41: Also ich muss sie da nicht rausreden, ich muss die nicht ablenken.

00:17:45: Ich kann es

00:17:45: begleiten.

00:17:46: Also ich kann diesen Frust begleitern und kann auch wieder überleiten oder vielleicht zwischendurch die Tränen begleitet werden.

00:17:52: Gestern hat eine von den neuen Programm-Mamas das so schön formuliert.

00:17:58: Sie wünscht sich mehr Augenzwinkern statt Augenrollen in diesem Situation.

00:18:03: Und da habe ich ihr schon dazu geschrieben dass ich das wie ein Mantra finde weil es ist genau das!

00:18:08: Es geht darum, wenn man eine schwierige Situation hat.

00:18:10: Dass man innerlich mit einem Augenzwinkern draufschauen kann weil es ein kleines unreifes Menschlein ist was da gerade mit irgendeiner Situation kämpft und nicht einen kleiner Tyrann der versucht jetzt grade die Weltherschaft an sich zu reißen oder der Mama mal etwas eins auszuwischen.

00:18:27: Also ihm wissen was wir gerne tun und nicht einfach.

00:18:30: ich hab eigentlich keine Ahnung.

00:18:31: ich probiere jetzt mal.

00:18:33: natürlich wissen wir nicht immer ganz genau können auch nicht in die Kinder reinschauen aber mit einem Grundverständnis und einem Bewusstsein dafür, was Kinder brauchen.

00:18:43: Und das kommt mir gerade erst noch bewusst.

00:18:46: Was ich deutlich merke ist, wenn es darum geht dass etwas wirklich wichtig ist also wenn's eine Anweisung gibt nicht wirklich wichtig auch die weniger wichtigen.

00:18:55: aber ich würde sagen in neun von zehn Fällen kann man Kind die erfüllen und geht nicht in die Nein-und Widerstandsituation.

00:19:03: weil Inzwischen gelernt habe und auch getroffen zu haben, wie geht es denn unserer Bindung durch den ganzen Tag?

00:19:09: Wenn's dann zu einer Situation kommt ob das an der Straße ist oder beim Einsteigen ins Auto.

00:19:14: Und ich gebe wirklich eine Anweisung nicht mit Härte natürlich aber einfach in meiner klaren Leitwolfrolle, dann hängt sie sich da dran und sagt okay Mama machen wir so.

00:19:25: Das macht natürlich das Leben auch deutlich leichter zu wissen, wir haben da ein Draht zueinander und der Draht ist aktiv.

00:19:31: Ich weiß wie ich diesen Draht wieder aktiviere wenn er gerade nicht aktiv ist bedeutet aber auch ich kann in gewisser Weise darauf vertrauen.

00:19:39: also eine wichtigen Situation dass sie mir folgt

00:19:42: weil sie weiß das du es gut meinst mit ihr weil sie spürt

00:19:46: du siehst

00:19:47: ihre Bedürfnisse du erfüllst sie noch bevor sie weil sie einfordert zu entscheiden unsere Macht zum missbrauchen das meine ich überhaupt nicht.

00:19:55: ich habe heute darüber nachgedacht "Wenn wir immer nur Forderungen erfüllen, in der Partnerschaft machen wir das ja auch nicht.

00:20:01: Also ich warte nicht, dass mein Partner mich drum bittet, dass ich ihm einen Gefallen mache, sondern ich mach das voraus schauend und ich probiere ihn lesen zu lernen.

00:20:09: Ich beobachte

00:20:10: ihn und weiß immer mehr was er gerne mag oder nicht mag.

00:20:14: Und das ist ja das, was eine Beziehung ausmacht.

00:20:16: Kinder sind da komplett von uns abhängig und sind

00:20:18: darauf

00:20:18: angewiesen, dass wir sie gut versorgen.

00:20:21: uns fällt es ein bisschen leichter, das zu händeln und so in unserem Leben mit zu integrieren.

00:20:25: Weil der Handlungsspielraum von so nicht mobilen Säuglingen einfach ein ganz anderes als vor einem hochaktiven Vierjährigen, der

00:20:34: irgendwas zerkloppt

00:20:35: wenn er nicht bekommt was er möchte.

00:20:37: aber ich glaube sie beschreibt da ein ähnliches Gefühl was ich eben auch habe dass Ungleichgewicht sich dann einstellt Das Ungleich Gewicht zwischen wer führt Wer führt an in Bündungstanz?

00:20:48: Und wenn, glaub ich mehr die Kinder das Gefühl haben dass sie in der Führung sind und dann gehen Sie ja auch in die Führung.

00:20:55: Wenn da ein Vakuum wahrgenommen wird aber desto schwieriger ist es für beide Seiten, dass du mehr rennen wir eigentlich dann hinterher und versuchen noch irgendwie doch noch und jetzt doch mal.

00:21:06: Jetzt hast du doch eigentlich immer deinen Willen aber jetzt möchte ich doch mal... Und jetzt muss das mal sein und es wird ja das Kind nicht erreichen in der Situation.

00:21:13: Das macht dir auch für das Kind gar keinen Sinn.

00:21:15: warum soll es plötzlich Führung abgeben wenn's die eigentlich den ganzen Tag immer wieder hat und annimmt?

00:21:21: Das Schöne ist, dass wenn Kinder diesen geschützten Raum haben, wenn klar ist wer führt wen sorgt, erst dann können sie wirklich in Ruhe ihre Persönlichkeit auspacken.

00:21:33: Weil sie sonst immer am Gucken sind und am Händeln und Verantwortung tragen, müssen die eigentlich für Ihre Schultern noch viel zu schwer

00:21:39: ist.

00:21:40: Das finde ich auch wichtig zu erkennen wenn das Kind in so eine Rolle rutscht.

00:21:44: Das habe ich im Programm eben gelernt auf diese Anzeichen zu achten und zu wissen ah ok das sieht vielleicht jetzt ganz wunderschön aus.

00:21:51: Ein Großteil der Welt würde sagen, oh wow wie toll sie das schon macht mit zweieinhalb und innerlich aber zu denken ist überhaupt gar nicht ihre Aufgabe gerade.

00:22:00: Das ist jetzt meine Aufgabe ihr wieder zu zeigen dass sie es nicht übernehmen braucht.

00:22:04: Dass sie in ihrem Spielbereich sozusagen ihre kleinen Entscheidungen für ihre Kuscheltiere treffen darf aber sich nicht mehr der großen Welt verantwortlich fühlen muss.

00:22:14: Wir dürfen Lernende sein in diesen Rollen weil wir keine Vorbilder haben Und das ist natürlich mit einem zeitlichen Aufwand verbunden, aber das ist es so wert.

00:22:25: Also ich glaube gerade in unserer heutigen Zeit ist es das so wert sich diesem Thema wirklich auch zu widmen und dem Kind das zu schenken dass wir uns damit auseinandersetzen und damit schenkt es uns ja auch also natürlich.

00:22:38: Ich sage immer gerne die ganz weitvollen Sachen im Leben, die kosten uns auch was.

00:22:43: Und so ist es halt ihr auch

00:22:45: Ja, und sind dann am Ende trotzdem unbezahlbar.

00:22:48: Also im allerbesten Sinn weil es so viel verändern kann.

00:22:52: Vielleicht hast du dich an der einen oder anderen Stelle in Brittas Beobachtungen Wünschen- oder Erfahrungen wiedergefunden?

00:22:59: Nimm wenn du magst gerne folgenden Gedanken mit!

00:23:04: Du musst dich nicht verlieren um eine gute Mama ein guter Papa zu sein.

00:23:10: Schön warst du wieder dabei

00:23:11: und ich freue

00:23:11: mich wenn du auch in den nächsten Folge wieder rein hörst.

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