#26 Wir sind uns nicht einig in der Erziehung – warum es so oft knallt

Shownotes

„Seit wir Eltern sind, streiten wir viel öfter.“ Kennst du das? Ihr wollt beide das Beste für euer Kind. Und trotzdem wird es genau dort laut, emotional und irgendwie auch verletzend. In dieser Folge spreche ich mit Mathias Rudolf darüber, warum es gerade beim Thema Erziehung so schnell eskaliert.

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00:00:09: Hallo und ganz herzlich willkommen beim Podcast Kleine

00:00:12: Herzen, große

00:00:13: Verbindung.

00:00:14: Dem

00:00:14: Podcast

00:00:15: für Eltern die weniger

00:00:17: Schimpfen und mehr Staunen

00:00:19: wollen!

00:00:20: Aber was?

00:00:21: Wenn dein Partner überzeugt ist das Schimpfen noch keinem geschadet hat?

00:00:26: Was wenn es immer wieder knallt zwischen euch genau dann... ...wenn es ums Kind

00:00:32: geht?!

00:00:33: Ich spreche heute mit Mathias Rudolf darüber, warum Eltern sich gerade beim Thema Erziehung so schnell verlieren und was da eigentlich zwischen euch passiert.

00:00:44: Ich wünsche dir ganz viele Aha-Momente beim Zuhören!

00:00:51: Mathias, schön dass du hier bist. Ich würde dich gerne direkt in den Alltag der Eltern mitnehmen wollen. Eine Mama aus unserer Gruppe hat geschrieben, dass sie abends ihr Kind in den Schlaf begleitet, sie stillt das jüngste Kind und die draußen ruft das ältere Geschwisterkind, das ein Problem hat.

00:01:10: Und der Papa sitzt auf dem Sofa, bleibt sitzen und sagt, sie soll halt zu mir kommen!

00:01:15: Und der Mama tut's Herz weh... Sie würde natürlich sofort zum Kind hingehen aber kann nicht.

00:01:21: Und sie findet es geht überhaupt nicht wie der Partner das macht.

00:01:26: Matthias du begleitest tagtäglich Paare, meistens Elternpaare.

00:01:30: Und aus deiner Erfahrung was passiert da zwischen den Elternteilen und wovon gehst du aus?

00:01:37: Wie geht es dann weiter wenn die Eltern so genervt sind von der Erziehung des jeweils anderen?

00:01:42: Ja ich glaube ein guter Ansatz ist erst mal zu sehen dass wir sozusagen drei Systeme haben die da aufeinander prallen, wenn wir so diese ganze Familie sehen.

00:01:52: Wir haben irgendwie das Familiensystem mit diesem Kind, dass Co-Regulation braucht, dass Halt braucht, das Vorbild braucht... Da natürlich auch heftig werden kann, gerade als Beispiel was du aufmachst.

00:02:06: Das geht ja nicht gegen uns oder das ist dann irgendwie wie man früher gesagt unerzogen oder sowas, vollkommender Unfug, sondern es sind Schutzreaktionen da.

00:02:15: Es macht irgendeine Protestbehandlung im Sinne von, ja ich brauche jetzt jemand der für mich da ist oder so und das kann sich sehr zuspitzen.

00:02:21: also wenn Kinder emotional ausbrechen sagt ihr Nervensystem.

00:02:25: Ich weiß nicht wie ich das allein erhalten soll in diesem Moment.

00:02:28: Und es kann halt so ein Abend sein wo das eine Kind ins Bett gebracht wird und dann irgendwie das andere Kind sagt irgendwie ich hätte auch gerne die Beziehung kommen ja auch sozusagen evolutionsbiologische Sachen mit rein, quasi durch diese Rivalität so ein bisschen.

00:02:43: Da können ganz viele Faktoren sein die dann mit reinspielen.

00:02:45: also da haben wir einmal das System des Kindes mit seinen Nervensystemen und dann haben wir uns selbst als Elternteil unsere eigenen Schutzstrategien unserer eigenen Kindheitserfahrungen von denen wir geprägt sind.

00:02:56: Also wie wurden wir mit Kindern?

00:02:57: Als Kind, wie  wurde mit uns umgegangen unser eigenes Nerven-System im Sinne der Schlafmangel, der Druck, die Zeitnot, nur die Erwartungen oder diese Faktoren, die damit reinspielen.

00:03:09: Es kann natürlich einerseits sein, dass wir unter Stress nicht in unser bestes Ich zurückfallen werden, wo wir irgendwie ja so ganz entspannt sein können.

00:03:16: Und hier regulieren wir uns selbst und da regulieren wird das Kind und dann regulieren mir irgendwie noch, dass der Partner oder die Partnerin anders mit dem Kind umgeht als ich selbst und es natürlich auch Auswirkungen hat.

00:03:26: Sondern wir fallen natürlich an gewisse Schutzstrategien zurück – eine Vorwurfstrategie oder ein Rückzugstrategie.

00:03:31: Also deshalb bin ich als Nervensystem und dann haben wir aber auch noch das Paar-System unter Umständen, wie du das gerade aufmachst in dem Beispiel komplett neue Differenz sichtbar.

00:03:42: Wo wir vielleicht bevor ihr Kind hat nie darauf gekommen wären.

00:03:44: Hoppla sind wir so unterschiedlich in Werten, in Ansichten, in Idealen, in Herangehensweisen ja?

00:03:50: Also da prallen auch Loyalitäten aufeinander dass es so schön wie du es gerade aufgebracht hast bei der Mutter die da im Bett liegt die Loyalität gegenüber den Kindern, die Loyalität gegenüber dem Partner irgendwie und auf einmal sind auch Rollen nicht mehr symmetrisch.

00:04:02: also vorher konnten mir vielleicht noch alles irgendwie aufteilen aber auf einmal haben wir da so, ne?

00:04:07: Auf einmal ist jemand mehr im Familiensystem drin.

00:04:10: Meistens die Mütter, weil wir immer noch sehr konservativ leben in dieser Gesellschaft, gerade in den ersten ein, zwei, drei Lebensjahren von so Kindern und dann der Partner, der eher so ein bisschen draußen ist.

00:04:18: und wer kennt sich gut mit den Kindern aus.

00:04:20: Ich hätte es ja einmal so gerechnet wenn man so grob sagt okay eine Mutter ist komplett drei Jahre zu Hause und der Partner geht so ziemlich gegen Vollzeit arbeiten hat nur nach drei Jahren ja komplettes Bachelorstudium in Pädagogik absolviert. Vorsprung gegenüber dem Partner sozusagen an Arbeitsstunden, die man sich damit auseinandersetzen muss.

00:04:40: Das

00:04:40: gibt Spannungen auf beiden Seiten dieses Ungleichgewichtes.

00:04:44: Genau und das ist sozusagen bei der Erziehung unseres Kindes sehr oft zu sagen der erste Moment in dem unsere Gegensätze nicht mehr theoretisch sind sondern laut.

00:04:53: sich baut nun aus weichlich gerade in so einer einfachen kleinen Situation und da haben wir ja oft den Punkt. Also so unausweichlich, was da aufeinanderprallt.

00:05:01: Da haben wir oft eine bindungsorientierte Perspektive, oft von den Müttern.

00:05:05: So sagen wir statistisch gesehen.

00:05:07: Kann man glaube ich so sagen oder irgendwie mal national zu drehen?

00:05:10: Eine bindungsorientierte Perspektive und das hätte auch nichts damit zu tun, dass man jetzt weich wäre und nicht durchgreifen kann sondern das ist Überzeugung und das beruht oft auf Wissen wo ich mal anerkennend sein muss weil was tun Mütter in deiner Community zum Beispiel?

00:05:25: Die suchen sich Community, die suchen sich Wissen.

00:05:28: Die lesen Bücher, die setzen sich mit den Themen auseinander was sie oft sagen ja ich bin halt diesen Kindern mehr ausgesetzt als zum Beispiel mein Partner.

00:05:36: Ich habe gar keine andere Wahl!

00:05:37: Ich muss mich mit dem Thema auseinandersetzen, das drehe ich durch und dann häufen

00:05:41: die halt jede Menge Wissen an und Wissen in Entwicklungspsychologie, in Neurobiologie In Einsichten wie Nervensysteme funktionieren Was Bindungsperspektiven sind usw.

00:05:52: Das ist oft kann man fast sagen auch wissenschaftlich fundiert.

00:05:55: Zum Beispiel ja.

00:05:56: Kinder lernen nicht durch Angst, sondern durch Sicherheit.

00:05:58: Und wenn wir das Kind brechen, verdient es den Zugang zu sich selbst

00:06:01: und dann schützen Mütter vor allem Bindung, Selbstwert, Autonomieentwicklung von Kindern weil sie wissen, dass ist der beste Weg und tut uns am Ende allen gut.

00:06:11: Nicht nur den kind auch uns allen

00:06:13: Weil er noch gepaart ist mit Erfahrung.

00:06:16: Genau, der Punkt und dann werden sie jeden Tag entweder validiert oder niederlegt im Umgang mit dem Kind.

00:06:20: Also so kommt es sofort der Chef rein und sagt, so funktioniert das oder funktioniert das nicht

00:06:26: Und dann haben wir aber oft unter auch wieder Statistik sozusagen die Vaterperspektive, die sage ich mal oft wenn man es formulieren will eine grenzen orientierte Perspektive ist.

00:06:35: Das hat per se erst mal nichts mit Härte zu tun.

00:06:37: Du könntest sagen, in deinem Beispiel hättest du sofort auf dem Sofa und dann bist das irgendwie egal oder das dann hart gegenüber den Kind.

00:06:42: Das hat oft mit Verantwortung zu tun, mit verantwortungsbewusstsein also zum Beispiel.

00:06:47: vielleicht ist der Gedanke spekuliere ich jetzt mal rum an deinem Beispiel dass der Vater sagt oh Gott wenn ich dem kindes beibringen dass jedes Mal angehüpft komme der Stress immer wieder kommen zu müssen und das Kind lernt nicht selbst zukommen.

00:06:59: Was hat es für Auswirkungen auf uns alle so?

00:07:03: Wie groß wird der Stress, wir müssen noch auf unsere Grenzen achten.

00:07:06: Ich muss auf meine Grenzen nachdenken, ich muss schauen dass meiner Partnerin auch oft gut geht, aber wenn's vielleicht oft nicht so rüber kommt im Sinne von hey!

00:07:12: Wir müssen doch jetzt mal... Das Kind aus dem Familienbett hauen, weil wenn du jede Nacht zu viel stillst da hast du ja keinen Schlaf und das schadet dir.

00:07:21: Und dann habe ich Sorgen.

00:07:22: Das ist ja oft ein Sorgeimpuls der natürlich dann irgendwie rüberkommt.

00:07:26: Das muss man sagen jetzt ist nicht das was ich brauche kann gut sein aber der Impuls ist gut und es wertvoll und uns anerkennenswert.

00:07:33: Und manchmal auch der Schutz für junge Geschwister.

00:07:36: Also im Sinne von heute ist das kleine Baby und das ältere Geschwister.

00:07:38: Das wird dann auch ein bisschen brutal oder so, ne?

00:07:41: Und da kommt vielleicht schon Schutzimpuls an.

00:07:42: Das jüngere Geschwinster muss doch geschützt werden!

00:07:44: Ich muss da jetzt einschreiten wo die Mutter vielleicht sagen würde, dass es mal noch laufen.

00:07:48: oder schauen wir was gerade los ist... ...und auch oft in Gedanken der Grund für den Väter.

00:07:52: Ja ich musste das Kind auf die Welt vorbereiten.

00:07:54: Die Welt ist nicht irgendwie.

00:07:56: ne, die Welt ist herzlos und da haben wir jetzt Kapitalismus und all diese Sachen.

00:07:59: Und das Kind muss dort auch vorbereitet sein!

00:08:01: Also Väter denken dann oft nicht wie geht es dem Kind heute?

00:08:04: Was brauche ich jetzt gerade?

00:08:06: Sondern wie wird das Kind später klar kommen?

00:08:08: Hat es eine Entwicklung?

00:08:10: Und so diese Sorge, oh Gott wenn mir jetzt alles nachgeben, lernt das Kind nie Frustrationstoleranz.

00:08:16: Es ist ein kluger und wichtiger Gedanke.

00:08:17: Also sie schützen nicht irgendwie ihre eigene Trägheit, auch in dem Beispiel was du aufmachst nicht sondern sie schützen Ordnung also Ordnung im  positiven Sinne.

00:08:24: jetzt Sicherheit Belastungsfähigkeit Und oft auch die Paarbeziehung Im Sinne von auch wieder Familienbett.

00:08:30: Wenn wir das Familienbett haben, haben wir keine Sexualität mehr.

00:08:32: Können es manche sagen wie blöd?

00:08:34: Was soll ich mal reinkriegen?

00:08:36: Ich finde das aber gar nicht dumm.

00:08:37: Ich find das toll also dass jemand in der Beziehung ist der sagt Ich habe unsere Beziehungen noch im Blick auch wenn wir Kinder haben total wertschätzend.

00:08:46: Aber diese beiden Perspektiven, sage ich mal die Bindungsperspektive und die Sicherheitsperspektive prallen oder die Ordnungsperspektives prallen natürlich aufeinander und dann haben wir noch eine Überlastung als Brandbeschleuniger.

00:08:58: Mental Load, Haushaltslast, fehlende Schlafzyklen, beruflichen Druck, Daueranspannungen.

00:09:03: Und da werden natürlich benutzorientierte Parts bei den Eltern manchmal noch verständnisorientierter und grenzenorientiert älteren Parts noch konsequenzorientierte.

00:09:12: Da haben wir ein Problem Ja, und das ist das was du gerade auch machst.

00:09:15: Das ist das, was da passiert.

00:09:16: Habe ich jetzt lange monologisiert aber ich dachte so ein kleiner Überblick wäre erst mal ganz gut von der Dynamik her.

00:09:23: Ja total wichtig!

00:09:25: Weil hinter dem was so offensichtlich ist und was wir ja dann doch unbewusst reininterpretieren... Du hast jetzt den trägen Papa angesprochen.

00:09:33: Was man so schnell interpretieren kann jetzt in diesem Beispiel und dahinter steckt aber, stecken ganz viele Überlegungen, steckt ganz viel Engagement auch und das ist einfach nicht auf Anhieb sichtbar.

00:09:49: Warum?

00:09:50: Du hast schon den Brandbeschleuniger angesprochen!

00:09:52: Warum wird es an der Stelle so schnell sehr persönlich und sehr emotional.

00:09:59: also viele Paare sagen wir sind eigentlich ganz gut miteinander zurechtgekommen und dann die Desilusionierung Kind geht's, wirds plötzlich so angespannt und hoch emotional.

00:10:12: Was ich gerade schon meinte, Eltern sein bedeutet ja kann man fast glaube ich so pauschal sagen chronische Be- und Überlastung.

00:10:20: Also klar wir wissen alle es fehlt das Dorf und wir machen einen Job der eigentlich um die zehn Leute haben sollten

00:10:28: und was macht ein Nervensystem dass unter Dauer Stress ist?

00:10:33: Es funkt: "Hier ist es nicht sicher achte auf Angriffe!" also und dementsprechend wird auch alles schneller als viel schlimmer wahrgenommen oder durch einen bestimmten Filter gejagt.

00:10:43: Als Angriff, das ist ein Faktor was der Stress mit unserem Nervensystem macht dass sich dann darin abbildet.

00:10:50: natürlich hatten wir vorher nicht also der Zuwachs an 

00:10:54: Verantwortung an simplen to dos ja kann ich aussagen wie er weiß nicht ich weiß habe sicherlich auch jetzt noch mal Zeit.

00:11:02: Die Umstellung, also wir in Deutschland haben sie.

00:11:04: Und das ist ja komplett egal was es für Auswirkungen auf Kinder hat.

00:11:06: Also das können nur weiße Zismen Männer sich ausgedacht haben dass man auf Sommerzeit umstellt.

00:11:11: und wir alle echten Wir waren gerade froh, dass unsere zweijährige auf so um neun Uhr vielleicht halb zehn ins Bett bringen abends hatten.

00:11:19: jetzt geht's ja 23:00 Uhr mit.

00:11:21: Geil!

00:11:22: Das macht etwas mit uns.

00:11:23: Vielleicht müssen wir trotzdem sechs morgens raus oder so.

00:11:26: Und da schon der Schlafmangel.

00:11:27: Also die sind alles so Faktoren, die alles intensivieren.

00:11:31: Wenn alles so intensiv ist und wenn wir den Stratz haben, ist einerseits der Faktor dass wir weniger Geduld haben, weniger Empathie mit unserem Gegenüber.

00:11:39: Weniger auf den anderen eingehen können, weniger die Perspektive des Anderen einnehmen können und gleichzeitig brauchen wir aber eigentlich ganz besonders viel Halt- und Sicherheit gerade und ganz besonders viele Wertschätzung und Bestätigung.

00:11:48: also wir können weniger geben brauchen aber gleichzeitig eigentlich mehr als normal.

00:11:53: ja gut kann man sich vorstellen was diese Mischung macht.

00:11:56: Und dann kommt natürlich noch der Fakt dazu, da geht es um unsere Kinder.

00:11:59: Wenn der andere kritisiert und irgendwas anderes macht – also da bin ich jetzt mal aus der männlichen Perspektive ein bisschen – kommt natürlich irgendwo auch die Botschaft rüber ja du bist irgendwie ein schlechter Vater irgendwie und so du schadest den Kind.

00:12:08: Da haben wir gar keinen Abstand!

00:12:09: Und andersherum vielleicht auch dass der Partner geht auf eine Art und Weise mit dem Kind, um wie wir das nicht gut akzeptieren können….

00:12:14: Natürlich haben wir dann viel größere Angst als wenn's ein Meerschwein wär hier geht, sondern es geht um unser

00:12:18: Kind

00:12:19: Das ist doch nach dem Motto, oder?

00:12:21: Wir wollen sie alle wirklich richtig machen.

00:12:24: Und wenn mir dann jemand sagt, du machst es nicht richtig.

00:12:28: Das gibt ja kaum etwas was mich mehr infrage stellt als das.

00:12:34: Ja genau unbedingt also dass ein ganz wichtiger Faktor. Es geht an unsere Substanz.

00:12:39: da ist kein Abstand heutzutage schon gar nicht mehr.

00:12:43: Es gibt vielleicht mal Zeiten gegeben wo das anders war aber glücklicherweise sind wir heute in einer anderen Position wo das eine höhere Wichtigkeit bekommen hat.

00:12:51: für uns bedingt Ja, ganz miese Mischung.

00:12:55: Und doch... Also einerseits ist da diese große Wichtigkeit.

00:12:58: ja definitiv, Gott sei Dank ist es so, dass Eltern sich wirklich mit dem Thema Erziehung beschäftigen, das sie sich weiterbilden und dann haben wir aber doch ganz oft dieses Ungleichgewicht, dass der eine Elternteil sich intensiv weiterbildet und das so gerne mit einem anderen Elternteil teilen würde, aber dort dann oft abbrallt Der keine Zeit hat, keinen Nerven, kein Interesse.

00:13:23: Ja ich denke also ich glaube das kann ich so pauschal sagen.

00:13:26: Abprallen des Interesses ist eine Schutzreaktion.

00:13:30: Eine Schutzrektion weil wir hier mit sehr intensiven Gefühlen zu tun haben und ich glaube da lasse sie gerade angesprochen haben es ist extrem wichtig dass hat was mit Schamgefühl mit Schuldgefühlen zu tun aber auch mit einem bin ich okay.

00:13:43: Und dann ist das eine Schutzreaktion, jemanden abprallen zu lassen.

00:13:47: Oh, da sind wir so bei der eigenen Geschichte was ich vorhin meinte wo bestimmte Bindungsmuster die wir gelernt haben dann den Konflikt natürlich aufeinander prallen.

00:13:54: Das ist bei Erziehungsthemen natürlich besonders intensiv.

00:13:57: Bei anderen Themen werden sie sich vielleicht auch beobachten können eine ähnliche Dynamik die denn einfach kommt.

00:14:02: Oder eine geht in den Vorwurf In die Kritik der andere geht in einen Rückzug ins Mauern und in die Rechtfertigung.

00:14:07: Und das was du gerade aufmachst dieses scheinbare Desinteresse würde ich mal so als Mauern einordnen, weil ich gehe davon aus es ist den Väter und definitiv nicht egal.

00:14:15: Ich habe noch nie einen Vater in meinen Sitzungen erlebt dem das in irgendeiner Form egal gewesen wäre. never ever.

00:14:22: Ja was machen wir dann damit?

00:14:23: Das große Frage ja...

00:14:25: Das ist eine wichtige Frage!

00:14:27: Weil wie kann dieser Austausch dann wieder stattfinden ohne dass da jeweils andere sich für unsicher oder sich angegriffen

00:14:35: fühlt?!

00:14:38: ich denke tatsächlich für mich ist immer der erste Schritt eine Anerkennung dessen was die andere tut.

00:14:41: Deshalb habe ich es auch gerade nochmal so, wo wir sozusagen eine kleine Podcast-Folge aufmachen und mal so aufgemacht weiß extrem wichtig finde zu verstehen. Wir sind nicht wirklich gegeneinander oder irgendjemandes desinteressiert sondern wir schützen vielleicht unterschiedliche Dinge.

00:14:54: einer schützt sozusagen 

00:14:55: Die Bindung der Andere schützt irgendwie die Sicherheit oder die Grenzen was auch immer wenn man jetzt mal grenzend positiv behandelt weil das ein kontroverses Thema also.

00:15:05: Die Ordnung, ja die Ordnung.

00:15:06: Aber auch da im positiven Sinn.

00:15:08: also was wir nicht brauchen ist jetzt immer Einigkeit sondern erst mal einen ersten Schritt dafür ein Verständnis wer wenn oder was der andere gerade schützt.

00:15:17: Was ist das anerkennswerte Ziel?

00:15:19: Was hier gerade passiert?

00:15:21: und es sind anerkennende Lösungsversuche für Fragen die wir auch keine leichte Lösung finden weil wir eben in der Bredouille sind dass wir gesellschaftlich wenig unterstützt werden usw.

00:15:30: aber es hat einen Preis oft was wir tun Und jeder zahlt seinen eigenen Preis.

00:15:35: Wer eher bindungsorientiert ist, zahlt manchmal den Preis an ihren eigenen Kräften sehr häufig und jemand der eher dann so Ordnungen und Grenzen orientiert das zahlt den Preis auf der Beziehungsseite zu sein Kind oft oder der Schmerz groß ist Mensch das Kind rennt immer zur Mama weil ich zu streng bin in Anführungsstrichen.

00:15:56: aber auch natürlich die Beziehungen zum Partneren oft.

00:16:00: Also wir zahlen unsere Preise, aber da drinnen ist es ein anerkennenswertes Ziel.

00:16:04: Wir wollen was Gutes hier und wenn man das immer da haben kann schon mal vielleicht im Ansatz eine Perspektive verändern einen neuen Zugang finden.

00:16:13: Und dann wenn wir darüber ins Gespräch kommen wollen müssen wir vielleicht eben erstmal mit diesen Elefanten im Raum arbeiten also grundsätzlich erst einmal eine gewisse Regulation finden.

00:16:26: Der Zustand, in dem wir über diese Sachen reden ist erst mal wichtiger als der Inhalt.

00:16:30: Immer!

00:16:30: Also auch bei allen anderen Themen aber besonders bei diesem Thema ist der Zustand wichtig.

00:16:34: Der andere wird nicht offen sein für das Gespräch wenn er sich nicht gewertschätzt fühlt in dem was er möchte und dass er etwas Gutes will.

00:16:43: Das heißt erstmal das eigen Nervensystem ein bisschen zu beruhigen in die Co-Regulation zu gehen sondern von euch sehe was du willst ich sehe das gute was du wirst.

00:16:52: Ich komme überhaupt nicht klar mit dem, was du tust.

00:16:54: Ich finde das verwerflich!

00:16:55: Aber ich kann es total gut verstehen.

00:16:58: Das ist ja genau wie bei uns als Kindern.

00:17:00: Also das, was mein Benutzerorientiert sagt in der Lernfähigkeit entsteht nicht im Alarm-Modus.

00:17:07: Bei allen nicht?

00:17:08: Bei allem nicht.

00:17:09: Bei unserem Kind ist das klar und wir dürfen nur bei uns Als Eltern oder In der Paarbeziehung nicht vergessen.

00:17:13: Auch bei unseren Partnern ist es so wenn der andere Malamemodus kommt gleich der Vorwurf jetzt wird gleich kritisiert Ja, wie du schon sagst.

00:17:19: Geht die schon dicht?

00:17:20: Also wir müssen erst mal schauen.

00:17:22: ist Sicherheit da fühlt sich der andere bei mir sicher.

00:17:26: Die Antwort wie man das macht ist natürlich sehr individuell und von paar zu paar unterschiedlich.

00:17:30: aber so vom Grundsatz her.

00:17:33: Und dann einen zweiten Grundsat zu sagen okay zwei Wahrheiten dürfen doch gleichzeitig existieren also nicht dieses.

00:17:40: Okay Ich will Bindung unter andere will Grenzen und das steht irgendwie gegeneinander.

00:17:43: Sondern es ist sowohl als auch Wenn wir erstmal annehmen

00:17:48: Das ist auch ein Mythos, dass Eltern es gleich machen müssen.

00:17:52: Das wirklich so eine alter Zopf, wo Eltern sich ganz unnötig unser Stress, der echt überhaupt keinen Vorteil hat.

00:17:59: Also ich sehe da kein Vorteil.

00:18:01: Es ist total in Ordnung des Eltern umzuschieben.

00:18:04: Ja das zeigt doch die Forschung und das stand natürlich aus einer Zeit, wo Familiensysteme noch starker hier erschienen waren also man sozusagen den Pöbel aufpassen musste, dass er sich nicht gegen die herrschende Klasse erhöht... hebt.

00:18:17: Deshalb musste die Herrscher eine Klasse geeint dastehen gegen den Pöbel.

00:18:20: so, ja?

00:18:21: So waren Eltern auf oder Familiensysteme aufgebaut.

00:18:24: das ist natürlich heutzutage nicht mehr so weil wir haben flache Hierarchien sozusagen.

00:18:29: und aber dass es natürlich noch so den Köpfen drin das kannst du nicht einfach raushauen.

00:18:33: was zweihundert Jahre der Grundsatz hier war Das ist auch nicht verwerflich, dass man das erst mal diesen Gedanken hat weiß er auch auf einen ersten Blick irgendwie logisch klingt Wir müssen doch an einem Strang ziehen ja ist irgendwo auf dem ersten Blick logisch Aber ich denke es ist sehr entspannend und kann sehr Erlösend sein, wenn wir hören.

00:18:47: Ne, müssen wir gar nicht.

00:18:48: und dann eben also dazu sagen dieses sowohl als auch dastehen zu lassen sind unterschiedlich.

00:18:54: den fokus auf den sinnzusetzen habe ich gerade schon gesagt Also in dem Sinne von du machst alles falsch sondern stattdessen was willst du schützen?

00:19:00: eben diese ganz große grundlegende frage?

00:19:02: Was bist du eigentlich schützen?

00:19:04: hilf mir zu verstehen was du in diesem moment verhindern wirst Wenn du darfst um Sofa sitzt und worauf das dass das kind zum hier zu dir kommt.

00:19:11: Ganz wichtige frage finde

00:19:14: ich einen

00:19:16: ganz schönen Satz und ganz wichtig.

00:19:18: Und dann zu verstehen, wie wir streiten eben oft über Strategien nicht über Ziele.

00:19:24: Wenn das ist die Wahrheit hinter diesen ganzen, ne?

00:19:26: Wir legen unterschiedliche Vorgehen, aber das gemeinsame Ziel von 99 Prozent aller Paare ist vermutlich dass Kinder Sicherheit erleben, dass Kinder Selbstwert stärken, dass Kind so belastbar sein, dass Kind soll Nähe erleben es soll Respekt lernen also menschlichen Respekt gegenüber anderen Menschen sich selbst gegenüber ein gesundes Selbstgefühl.

00:19:43: all das wird wahrscheinlich auch hundertprozent der Paare Eltern unterschreiben.

00:19:48: Das heißt, was wir eigentlich tun ist über Strategien diskutieren – das kennenn wir aus der gewaltfreien Kommunikation – ja?

00:19:53: Wir diskutieren über die Strategien nicht über die Bedürfnisse.

00:19:56: und das zu verstehen, weil das ist wahrscheinlich nicht klar!

00:20:00: Und dann eben zu schauen wie können wir diese beiden Bedürfen, die Bedürfnisse darunter stecken zusammenbringen sich die Ängste anhören oh Gott wenn wir das anders machen was hat das verfolgen?

00:20:10: und über diese Tür der Empathie Und das Verständnisses ist, unter Anerkennung und Wertschätzung der Haltung des anderen Gegenüber können wir natürlich ganz anders Gespräche öffnen.

00:20:20: Und schauen wo kommen wir denn dahin?

00:20:22: Das wäre so mein Ansatz!

00:20:27: Dann ist Begegnung möglich und dann auch wieder Verbundenheit möglich die wir Eltern ja auch so dringend brauchen.

00:20:34: Wir denken immer die Kinder brauchen diesen sicheren Raum und die Wertschatzung und den Halt.

00:20:39: und denen brauchen wir Erwachsenen halt auf eine andere Art der anderen Ebene, aber wir brauchen das immer noch.

00:20:47: Ich würde gerne noch hier bleiben weil es so wertvoll ist.

00:20:51: Matthias lass uns jetzt einen Punkt machen.

00:20:53: viele Eltern wollen das gleiche Aber sie haben unterschiedliche Wege und unterschiedliche Strategien Dahin und darüber möchte ich mit dir im nächsten Teil dann gleich nochmal in konkreteren Alltagssituation sprechen.

00:21:08: Was hilft wirklich im Alltag, wenn wir uns uneinig sind?

00:21:12: Und wie können wir ganz praktisch wieder zueinander finden, denn wenn es im Alltag die Gefahr besteht das ist crashed.

00:21:19: Ja genau machen wir gerne.

00:21:22: Vielleicht hast du in der heutigen Folge gespürt dass hinter Konflikten oft sehr viel mehr steckt als wir auf den ersten Blick sehen können.

00:21:31: Vielleicht hast du gemerkt, wir sind gar nicht gegeneinander.

00:21:35: Wir schützen einfach unterschiedliche Dinge und gleichzeitig bleibt aber möglich die große Frage was machen

00:21:42: wir denn

00:21:43: mitten im Alltag wenn es wieder passiert?

00:21:46: Wenn euer Kind Immutausbruch ist und ihr komplett unterschiedlich reagiert!

00:21:51: Wenn der eine nähe anbietet unter anderem sagt jetzt ist er auch mal gut.

00:21:57: Genau darüber sprechen wir in den nächsten Folge.

00:22:01: Ich freue mich, wenn du auch wieder dabei bist.

00:22:05: Und wenn du mehr von Matthias Rudolf hören möchtest, verlinke ich dir seine Arbeit in den Show Notes!

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